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Lilli Tagger: „Sie schenken dir auf diesem Level keine Punkte mehr“

Österreichs Zukunftsaktie weiß, was noch auf die absoluten Topspieler fehlt. Die Lienzerin ist noch im Doppel an der Seite von Sara Errani im Einsatz.

Lilli Tagger schlug sich gegen Amanda Anisimova bravourös
© IMAGO/Juergen Hasenkopf
Lilli Tagger schlug sich gegen Amanda Anisimova bravourös

Nicht gewonnen, aber ein weiteres großes Versprechen für die Zukunft abgegeben – so lässt sich die 3:6, 6:3, 1:6-Zweitrunden-Niederlage bei den US Open von Österreichs Tennis-Hoffnung Lilli Tagger gegen die Vorjahresfinalistin und Weltranglistenzehnte Amanda Anisimova zusammenfassen. Und die erst 18-Jährige konnte der Partie auch selbst bis auf den Ausgang nur Positives abgewinnen: „Es war ein megacooles Match. Am Anfang war ich überrascht, weil sie nicht so gut gestartet ist und ich gleich 2:0 geführt habe. Da habe ich mir gedacht: ,Wow, was passiert da gerade?‘ Im zweiten Satz habe ich mir vorgenommen, einfach nur Punkt für Punkt zu spielen, bis ich plötzlich den Satz gewonnen habe. Das war schon irre. Alles in allem habe ich das Match extrem genossen – man hat nicht jeden Tag die Chance, sich in so einem Stadion gegen so eine starke Gegnerin messen zu dürfen. Ich kann es kaum erwarten, wieder so eine Partie spielen zu dürfen.“

Und wenn die Lienzerin das nächste Mal auf eine Spielerin dieses Formats trifft, wird sie vielleicht schon ein bisschen besser gerüstet sein. Denn: „Das Match hat mir für meine Zukunft extrem viel geholfen, weil ich gesehen habe, was mir für ganz oben noch fehlt. Natürlich die Konstanz, weil du musst bei jedem Punkt voll da sein und versuchen, dein Spiel durchzuziehen. Sie schenken dir auf diesem Level keine Punkte mehr. Außerdem fehlt mir noch die Erfahrung, welchen Ball ich in welchem Moment spielen muss.“

Noch ist Flushing Meadows 2026 für Tagger aber nicht Geschichte, am Freitagabend trifft sie in der ersten Doppel-Runde an der Seite von Sara Errani auf die erst 16-jährigen US-amerikanischen Penickova-Zwillinge Annika und Kristina. „Ich freue mich riesig darauf, wieder mit Sara spielen zu dürfen. Mal schauen, wohin unsere Reise geht“, lächelt die Osttirolerin, die nach den US Open für ein oder zwei Wochen nach Hause zum Trainieren fliegen wird. „Und dann geht es zu den nächsten Turnieren nach Asien. Allerdings steht noch nicht ganz fest, was ich dort spielen werde.“

Potapova muss sich steigern

Anisimova trifft nun am Samstag auf Anastasia Potapova, die letzte verbliebene Österreicherin im Hauptbewerb. Potapova steht nach ihrem wackeligen Dreisatzsieg über die Französin Leolia Jeanjean zum zweiten Mal nach 2024 in der dritten Runde. Will sie erstmals ins Achtelfinale einziehen, muss in der nächsten Partie sicher eine Steigerung her. Die einzigen beiden Spiele gegen Anisimova liegen lange zurück. Im Curitiba-Finale 2017 siegte Potapova, 2019 in der Rom-Qualifikation hatte die 25-jährige US-Amerikanerin das bessere Ende für sich.

Nicht mehr vertreten ist Österreich im Herren-Einzel. So musste sich Jurij Rodionov in der zweiten Runde dem an Nummer 17 gesetzten Tschechen nach starkem Kampf mit 3:6, 6:3, 2:6, 3:6 geschlagen geben, durfte sich aber über sein bisher bestes Abschneiden bei den US Open freuen.