Kulinarische Entdeckung: Sardinenjause und Beratung im Sardineum
Im „Sardineum“ wird hochwertiger Fisch aus der Dose zum kulinarischen Erlebnis.

Über das gastronomische Angebot in Bruck an der Mur mag man sagen, was man will. Mit einem kulinarischen Superlativ kann das Zentrum der Hochsteiermark jedenfalls aufwarten: Hier gibt’s Österreichs größte Auswahl an Ölsardinen. Das ist eine ziemlich große Sache für so ein kleines Städtchen: Über 500 Sorten gibt’s im „Sardineum“ in der Roseggerstraße 4 zu entdecken, und das heißt in diesem Fall auch: zu bestaunen.

Das Besondere an Ölsardinen ist ja, dass sie traditionell in kunstvoll gestalteten Dosen verpackt sind, von denen, schaut man sich so um, jede einzelne einen Designaward verdient hätte. In diesem Zusammenhang lohnt sich eine kurze Erklärung zum Begriff: Ja, man könnte auch Dosensardinen sagen, aber das wirklich Besondere an diesem Traditionsprodukt kulinarisch geprägter Küstengebiete ist eben die Konservierung in Öl.

Außerdem: Man sagt ja auch nicht Glasgurkerl, sondern Essiggurkerl. Soweit dazu. Und jetzt zurück ins Sardineum: Das ist weder Gasthaus noch Restaurant, sondern ein Fachgeschäft. Aber eben eines, in dem man sich an zwei kleinen Tischen links vom Eingang durchaus eine „Sardinenjause“, wie Inhaber Christian Pirker sagt, gönnen darf. Das macht Sinn: Wie gut, aber auch unterschiedlich etwa portugiesische und französische Sardinen schmecken können, das ist vielen Interessierten hierzulande noch nicht wirklich klar.

Also am besten zwei, drei Döschen kaufen, sich hinsetzen und die Unterschiede erschmecken, um sich dann – wenn man schon mal da ist!, – mit ausreichend Dosen einzudecken. Wem das zu aufwändig ist, der vertraue auf die Expertise von Pirker und seiner Frau Karin, die mit viel Leidenschaft und noch mehr Wissen die Unterschiede zwischen den jeweiligen Herstellungsarten und Geschmacksprofilen erklären können.

Wenig verwunderlich, wenn auch ein rein subjektiver Eindruck: Die wirklich beeindruckendsten Exemplare kommen aus Frankreich. Das liegt nicht nur, aber auch daran, dass die französische Sardinentradition stets auf hochwertige Olivenöle setzt. Besonders gut: die „Pitomail“-Sardinen (8,90 €), eingelegt in Piment, Tomaten und (natürlich gekochtem) Knoblauch. Oder, etwas puristischer, die mit Zitrone vom Kultlabel „La Perle des Dieux“ (7,40 €). So oder so: Man findet hier garantiert für unter 10 Euro allerhand Großartiges, das zeigt, wie sehr wir hierzulande den verpönten Begriff „Dosenfisch“ überdenken sollten.

Sardineum
Roseggerstraße 4 (Nähe Hauptplatz)
8600 Bruck an der Mur
Öffnungszeiten:
Mi 8–18 Uhr, Do 8–18 Uhr
Fr 8–18 Uhr, Sa 9–14 Uhr
So, Mo, Di Ruhetag
Kontakt:
Tel. (0676) 432 34 78
shop@sardineum.com
●●●●●