Dorfplatz in Kartitsch wird als Ort der Begegnung entwickelt
Um Abwanderung, Leerstand und dem Verlust von Begegnungsräumen entgegen zu wirken, tauschten sich Ost- und Südtiroler im Rahmen des Projekts „Mensch & Raum – gemeinsam gestalten“ aus.

Wie können Dorfzentren lebendig bleiben und als Orte der Begegnung weiterentwickelt werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Gemeinden Kartitsch, Kiens und Zoppè di Cadore gemeinsam im Interreg-Projekt MIRA – „Mensch & Raum – gemeinsam gestalten“. Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen stehen die Gemeinden in der gemeinsamen Dolomiti-Live-Region vor ähnlichen Herausforderungen – von Abwanderung und Leerstand bis hin zum Verlust von Begegnungsräumen.
Beim Partnertreffen in Kartitsch erhielten die Vertreterinnen und Vertreter aus Südtirol und dem Alto Bellunese Einblick in die aktuellen Entwicklungen der Gemeinde. Vorgestellt wurden die Generalsanierung der B 111 im Bereich der Ortsdurchfahrt sowie das Projekt „Kartitsch – Dorfplatz Neu“, das unter Einbindung der Bevölkerung entwickelt wurde. Bei einer gemeinsamen Begehung von Ortsdurchfahrt und Dorfplatz konnten die Planungen und Erfahrungen direkt vor Ort mit den italienischen politischen Akteuren diskutiert werden.
Starke Gemeinschaft bedeutet Lebensqualität
Gerade der Blick auf unterschiedliche Realitäten macht die Treffen wertvoll: Während Kartitsch seinen Dorfplatz und das Umfeld des Gemeindehauses weiterentwickelt, beschäftigt sich Kiens mit der Zukunft des Ortszentrums nach der geplanten Umfahrung. Zoppè di Cadore wiederum sucht als kleine Berggemeinde nach Möglichkeiten, neue wettergeschützte Begegnungsräume zu schaffen. „Es ist spannend zu sehen, wie andere Gemeinden mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Der Austausch eröffnet neue Blickwinkel und zeigt Lösungsansätze, auf die man im eigenen Umfeld vielleicht nicht gekommen wäre,“ betont Josef Außerlechner, Bürgermeister der Gemeinde Kartitsch.
Der Dorfplatz in Kartitsch wird als Begegnungsraum für die Bevölkerung weiterentwickelt. Eine gut nutzbare und barrierefreie Infrastruktur schafft bessere Voraussetzungen für Vereine, Gruppen und engagierte Menschen vor Ort. Treffen, Feste, Veranstaltungen und informeller Austausch bekommen damit mehr Raum. Zugleich werden Dorfplatz und Erdgeschoss des Gemeindehauses funktional stärker miteinander verbunden. Gerade in kleineren Gemeinden tragen Begegnungsräume und eine starke Gemeinschaft viel zur Lebensqualität und zum Zusammenhalt bei. Sie stärken die Verbundenheit mit dem eigenen Ort und können damit auch Abwanderung entgegenwirken.
Genau hier setzt auch der grenzüberschreitende Austausch im Projekt MIRA an: Die beteiligten Gemeinden stehen vor ähnlichen Fragen, finden dafür aber je nach örtlicher Ausgangslage unterschiedliche Antworten. Drei Study-Visits führten die Projektpartner nach Kiens, Zoppè di Cadore und abschließend nach Kartitsch. Dabei wurden Erfahrungen geteilt, Herausforderungen offen diskutiert und Ideen für die eigene Gemeinde mitgenommen. Das Projekt wird im Rahmen von Interreg Italien–Österreich und der CLLD-Strategie Dolomiti Live 2021–2027 umgesetzt. Unterstützt wird die Gemeinde Kartitsch dabei vom Regionsmanagement Osttirol.