Hardware-Riesen im Aufwind: KI beflügelt HP, Dell und Lenovo
Hewlett Packard Enterprise schreibt Rekordgewinne. Auch die Konkurrenz hebt ihre Prognosen an. Sie alle reiten gemeinsam mit Nvidia auf der KI-Welle.

Dank der starken Nachfrage nach KI-Hardware hat auch der US-Serverhersteller Hewlett Packard Enterprise (HPE) die Erwartungen übertroffen und seine Jahresziele angehoben.
Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte HPE den Umsatz auf 12,2 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen um 300 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,11 Dollar, während Experten 93 Cent erwartet hatten.
KI-Investitionen treiben Geschäft an
Finanzchefin Marie Myers erklärte, die Nachfrage übersteige das Angebot bei Weitem. Zwar gebe es weiterhin Engpässe bei Bauteilen wie Speicherchips und Prozessoren, das Unternehmen habe sich jedoch durch langfristige Lieferverträge einen besseren Zugang zu Komponenten gesichert. Die Investitionen in KI und der Ausbau von Rechenzentren treiben das Geschäft an. „Es ist für uns offensichtlich, dass der Markt und der Rückenwind durch KI, insbesondere die Einführung von KI in Unternehmen, nun wirklich an Fahrt aufnehmen“, sagte Myers der Nachrichtenagentur Reuters. Sie erwarte, dass dieser Trend das Wachstum auch über das aktuelle Geschäftsjahr hinaus stützen werde.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzwachstum von 34 bis 37 Prozent, nachdem zuvor 29 bis 33 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 3,75 bis 3,85 Dollar steigen.

Zudem gab HPE am Mittwoch eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Oracle bekannt. Dabei sollen Netzwerkgeräte der HPE-Tochter Juniper in den KI-Rechenzentren des Softwarekonzerns eingesetzt werden.
Viele Tech-Riesen profitieren
Im vorangegangenen Quartal hatte HPE ein Rekordergebnis erzielt und die Gesamtjahresziele angehoben. Der Rivale Dell erzielte in den vergangenen drei Monaten dank einer boomenden Nachfrage ebenfalls Höchstwerte bei Umsatz und Gewinn. Daher setzte sich der US-Konzern für das Gesamtjahr zum zweiten Mal noch ehrgeizigere Ziele. Alleine mit KI-optimierten Servern erwartet man einen Jahresumsatz von 74 Milliarden Dollar.
Dell ist neben dem kleineren Rivalen Super Micro Computer ein wichtiger Anbieter solcher Server. Diese sind mit den neuesten Chips von Nvidia ausgestattet und werden von Cloud-Anbietern für das Training von KI-Modellen wie ChatGPT benötigt.
Kunden reißen auch Lenovo, Foxconn und SMCI die KI-Server aus den Händen. Durch die rasante Verbreitung der KI steigt der Bedarf an Rechenleistung sprunghaft. Allein die großen US-Technologiekonzerne wollen 2026 zusammengerechnet mehr als 700 Milliarden Dollar in den Ausbau der KI-Infrastruktur investieren.
Am Mittwoch legte der US-Chipkonzern neue Zahlen vor: Beim Umsatz steuert man aktuell auf eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. In den vergangenen Jahren zählt die Aktie zu den Papieren, die am stärksten vom KI-Boom an der Börse profitiert haben. Der Kurs der Broadcom-Aktie hat sich seit Anfang September 2021 mehr als versiebenfacht.
