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Erster Lehrling der Greifvogelwarte Riegersburg feiert Jubiläum

Lukas Hagendorfer feierte sein 10-jähriges Dienstjubiläum auf der Greifvogelwarte Riegersburg. Er möchte mit seiner Arbeit vor allem eines: Menschen für Natur und Greifvögel begeistern.

Vor zehn Jahren startete Lukas Hagendorfer als erster Lehrling der Greifvogelwarte Riegersburg die Ausbildung zum Tierpfleger. Im Bild: Mit einem Weißkopfseeadler
© Alexander Müller
Vor zehn Jahren startete Lukas Hagendorfer als erster Lehrling der Greifvogelwarte Riegersburg die Ausbildung zum Tierpfleger. Im Bild: Mit einem Weißkopfseeadler
Tina Peinhart

Als der Feldbacher Lukas Hagendorfer mit 13 Jahren nach einem Platz für seine berufspraktischen Tage suchte, wusste er bereits, wohin ihn sein Weg führen sollte: „Ich bin mit Tieren aufgewachsen und wollte beruflich schon immer in diese Richtung gehen“, erinnert er sich zurück. Nach mehreren Schnuppertagen auf der Greifvogelwarte Riegersburg stand für ihn dann schnell fest: Hier möchte er arbeiten.

Glücklicherweise entschied sich seine Chefin damals dazu, die Lehrlingsausbildung zu absolvieren und so konnte Hagendorfer schließlich zum ersten Lehrling der Greifvogelwarte werden. Heute, zehn Jahre später, ist der 25-jährige Tierpfleger aus dem achtköpfigen Team nicht mehr wegzudenken.

Fingerspitzengefühl im Umgang mit Wildtieren

Zu Beginn arbeitete Hagendorfer mit kleineren und vom Gemüt her sehr entspannten Vögeln. Erst mit wachsender Erfahrung übernahm er auch Sensiblere. „Man darf nicht vergessen, dass es Wildtiere sind. Sie reagieren auf äußere Eindrücke oder lautere Geräusche und brauchen bewusste Zuwendung. Das richtige Gespür entwickelt man mit der Zeit“, sagt Hagendorfer.

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Lukas Hagendorfer zu Beginn seiner Lehrzeit mit einem Buntfalken
Lukas Hagendorfer zu Beginn seiner Lehrzeit mit einem Buntfalken © Greifvogelwarte Riegersburg

Der individuelle Umgang und das nötige Fingerspitzengefühl machen den Beruf für ihn bis heute besonders. Jedes Tier habe seinen eigenen Charakter und verhalte sich je nach Tagesverfassung anders. Das spüre man vor allem bei den Flugvorführungen. „Ich weiß nie, ob ein Vogel gleich zurückkommt, noch einige Minuten oder vielleicht sogar Stunden seine Kreise in der Luft zieht. Darauf muss ich spontan reagieren“, so der Vogelexperte.

Mehr als spektakuläre Flugmanöver

Im Rahmen der täglich stattfindenden Vorführungen erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm. Etwa zehn verschiedene Greifvögel wirken dabei mit. Hagendorfer geht es aber um weit mehr als Unterhaltung und spektakuläre Flugmanöver. Er zielt darauf ab, dass die Menschen ein Verständnis dafür entwickeln, wie Greifvögel in der freien Natur leben: „Wir wollen Wissen vermitteln und Bewusstsein für die Tiere und die Falknerei schaffen.“

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Besonders freut es Hagendorfer, wenn Gäste nach einem Besuch beginnen, sich selbst intensiver mit der Thematik zu beschäftigen
Besonders freut es Hagendorfer, wenn Gäste nach einem Besuch beginnen, sich selbst intensiver mit der Thematik zu beschäftigen © Alexander Müller

An der Arbeit selbst hat sich über die Jahre zwar wenig verändert, die Verantwortung jedoch sei gewachsen. Eine fixe Arbeitsteilung gebe es nicht, sagt Hagendorfer. Vom Putzen der Voliere bis zum Training mache jeder bei allem mit. „Es ist ein sehr familiäres Verhältnis. Wir haben alle Spaß an unserer Arbeit und sind mit Herzblut dabei“, so der gelernte Tierpfleger. Das erkenne man auch am Zusammenhalt im Team und an den Vorführungen, die laufend optimiert werden.

„Jeder Vogel ist auf seine Art besonders“

Zu einem Malaienkauz, den er seit vielen Jahren begleitet und trainiert, hat Hagendorfer eine besondere Verbindung. Trotzdem würde er nicht behaupten, dass er einen Lieblingsvogel habe. Jedes der rund 40 Tiere, die auf der Warte in Riegersburg betreut werden, sei auf seine Art besonders.

Für die Zukunft wünscht sich der 25-Jährige vor allem, dass wieder mehr Menschen Interesse an der Natur entwickeln: „Das Wissen über Greifvögel ist in den letzten Jahren zurückgegangen.“ Er betont, dass sich das Team im Anschluss an die Vorführungen auch Zeit nimmt, um die Fragen der Besucherinnen und Besucher zu beantworten.

Zur Greifvogelwarte

Zur Greifvogelwarte Riegersburg, die seit 1988 besteht, gehört auch eine Zuchtstation in Merkendorf. Sie wird vom Eigentümer und Falknermeister Raimund Weinhappel geleitet. Aktuell bietet die Greifvogelwarte wieder die Möglichkeit, eine Lehre in der Tierpflege zu beginnen. Weitere Informationen: www.greifvogelschau.at