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Buckelwal "Timmy" beschert Staatsanwaltschaft Arbeit

Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und später verendete Buckelwal "Timmy" beschert der zuständigen Anklagebehörde Arbeit. Bei der Staatsanwaltschaft Schwerin sei eine Vielzahl von Anzeigen eingegangen, so die Behörde am Mittwoch. Das Tier war erstmals vor einem halben Jahr - am 3. März - im Hafen von Wismar gesichtet worden. Eine mittlere dreistellige Zahl von Strafanzeigen und Eingaben werde auf Anhaltspunkte wegen einer verfolgbaren Straftat geprüft.

Buckelwal "Timmy" beschert Staatsanwaltschaft Arbeit
© APA/dpa
Buckelwal "Timmy" beschert Staatsanwaltschaft Arbeit

Im Wesentlichen gehe es um Vorwürfe wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, gegen das deutsche Bundesnaturschutzgesetz sowie wegen unterlassener Hilfeleistung. Am 23. März war der Buckelwal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden, später strandete er mehrfach erneut. Ab dem 31. März lag das schwer geschwächte Tier vor der Insel Poel, bis eine private Initiative am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde es am 2. Mai im Skagerrak ausgesetzt. Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde das Buckelwal-Weibchen tot vor der dänischen Insel Anholt angespült.

Entgegen der Einschätzung von Fachleuten hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Mitte April überraschend grünes Licht für den Transportversuch der Initiative gegeben. Das Tier wurde in einer umstrittenen Aktion mit einer Art Lastkahn in die Nordsee transportiert und dort freigesetzt. Tierschützer hatten immer wieder große Bedenken geäußert, dass das stark geschwächte Tier durch die Aktion zusätzlich leidet. Er habe in dieser Sache "ein ganz reines Gewissen" und sei immer transparent gewesen, meinte Backhaus in einer Sondersitzung des Agrarausschusses des Landtags vor rund zwei Wochen. Ob er aus heutiger Sicht noch einmal "als Minister mit dieser Initiative einen solchen Versuch unternehmen" würde - diese Frage beantwortete Backhaus aber mit "Nein".