Klagenfurt sucht nach Pleitewarnungen neuen Finanzchef
Der Leiter der Finanzabteilung geht nach 30 Jahren. Fünf Personen wollen ihm nachfolgen. Und die zuständige SPÖ-Stadträtin hat klare Vorstellungen für ihre eigene Zukunft.

Seit 30 Jahren arbeitet Christoph Wutte im Klagenfurter Magistrat. Zuletzt warnte er als Leiter der Abteilung Finanzen nahezu gebetsmühlenartig vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Landeshauptstadt. Im März zog er schließlich den Schlussstrich unter seine Rathauskarriere und kündigte. Am 14. September ist sein letzter Arbeitstag, anschließend wird er Resturlaub konsumieren und mit Jahresende in die Privatwirtschaft wechseln.
Unterdessen läuft die Suche nach seiner Nachfolge. „Mein Wissensstand ist, dass sich fünf Bewerber Mitte September dem Hearing stellen werden“, sagt Finanzreferentin Constance Mochar (SPÖ). Es handle sich überwiegend um externe Kandidaten. Laut Informationen der Kleinen Zeitung ist nur eine Person bereits im Haus tätig.

Mochar will Stadträtin bleiben
Mochar sieht es diplomatisch: „Eine Person von außen hat eine andere Sicht auf die Dinge, andererseits kennt sie die Abläufe im Haus nicht. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.“ Fest steht für sie, dass der oder die Neue möglichst schnell seinen Dienst antreten soll, allerdings seien Aspekte wie Kündigungsfristen zu beachten. Bis dahin führt Florian Pibal die Finanzabteilung interimistisch.
Mit Blick auf ihre eigene Zukunft wünscht sich Mochar von ihrer Partei bei den Gemeinderatswahlen im kommenden Februar auf einen wählbaren Listenplatz gesetzt zu werden. Sie möchte Stadträtin bleiben - jedoch nicht zwingend Finanzreferentin. „Ich bin der Meinung, dass dieses Ressort zum Bürgermeister gehört, nur so kann effektiv gearbeitet werden“, sagt sie.
Und selbst Wuttes Rückkehr ins Rathaus ist nicht völlig ausgeschlossen. Er hat sich vom Stadtsenat von Jänner bis September 2027 karenzieren lassen. Damit hätte er ein Rückkehrrecht, sollte es ihm an seinem neuen Arbeitsplatz nicht gefallen – allerdings ohne Garantie, wieder Abteilungsleiter zu werden. „Das ist kein Einzelfall im Magistrat“, erklärte Mochar im März. Auch sie hätte bei ihrem Wechsel in die Politik im Jahr 2023 ein ähnliches Arrangement mit der Strabag geschlossen.