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Tristacher Künstler gab Einblick in sein Lebenswerk

Leonard Lorenz verwirklichte mit Beharrlichkeit seinen Traum, Künstler zu werden. Trotz Höhen und Tiefen entstand ein beachtliches Lebenswerk, das in Anras ausgestellt wurde.

Leonard Lorenz stellte seine Kunst im Anraser Pfleghaus aus
© KK/Pfleghaus
Leonard Lorenz stellte seine Kunst im Anraser Pfleghaus aus

Mehr als 60 Jahre sind ins Land gegangen, seit ein Tristacher Bub beschloss, sein Leben grundsätzlich in neue Bahnen zu lenken. Schluss mit dem Schweinefüttern und mit der Feldarbeit, Schluss mit der Enge des Dorfes und seiner Spießigkeit. Leonard Lorenz wollte seinen Traum leben und Künstler werden. Es wurde ein steiniger Weg: Schnitzschule in Elbigenalp, Akademie der Bildenden Künste in München.

Erste Anerkennung, erste Ausstellungen, erste öffentliche Aufträge. Dann aber auch gesundheitliche Rückschläge und wirtschaftliche Not. Doch Lorenz verfolgte seinen Traum unbeirrt. Irgendwann fand er sein privates Glück in seiner Frau Andrea, die ebenfalls Künstlerin ist. Mit ihr fand er seine zweite Heimat in der Nähe von München und schuf ein erstaunliches Lebenswerk. Dieses Lebenswerk war in der Sommerausstellung „Das Schöpferische als Lebenselixier – Skulpturen und Gemälde aus sechs Jahrzehnten“ im Anraser Pfleghaus zu sehen: großflächige Bilder, farbenfroh und immer wieder rätselhaft.

Skulpturen und Gemälde aus sechs Jahrzehnen wurden präsentiert
© Kk/Pfleghaus
Skulpturen und Gemälde aus sechs Jahrzehnen wurden präsentiert

Holzarbeiten, deren Spagat zwischen abstrakt und realistisch die Phantasie herausforderte. Kunstwerke aus Bronze, die den Betrachter forderten, fesselten und nicht mehr losließen. Und eine Installation, die der Künstler nicht ohne Grund „Unendliche Liebe“ genannt hat. Das alles komponiert in die historischen Räume des Anraser Pfleghauses, wundervolle Kunstschätze in einem wunderbaren Schatzkästlein. Über all dem schwebte eine zeitlose Botschaft an die junge Generation: Lebe deinen Traum, werde du selbst.

Große Kunst, abseits der urbanen Zentren, dieses Ziel wird im Anraser Pfleghaus verfolgt
© Kk/Pfleghaus
Große Kunst, abseits der urbanen Zentren, dieses Ziel wird im Anraser Pfleghaus verfolgt

Dem Obmann des Vereins „Anraser Pfleghaus“, Bürgermeister Johann Waldauf, ist es eine Herzensangelegenheit, große Kunst auch fernab der urbanen Zentren zu zeigen. Und wenn ein einheimisches Ehepaar „Einzigartig, noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Es berührt mich im Innersten!“ ins Gästebuch schrieb, dann fühlt er sich in seiner Arbeit bestätigt. Er plant schon die nächste Sommerausstellung – wieder mit einem großen Osttiroler Künstler.