Kärntnerin wurde zwei Mal Letzte und trotzdem Siegerin
Ihr großes Ziel ist der Ironman 2028. Jetzt ist die Kärntnerin Daina Dreier (27) ihm zwei Schritte näher: Sie meisterte ihren ersten Zehn-Kilometer-Lauf und absolvierte den „Kärnten Läuft“-Halbmarathon.

Noch vor wenigen Monaten war ein Halbmarathon für Daina Dreier undenkbar. Ihr großes Ziel steht schließlich erst 2028 an. Dann will die Poggersdorferin beim Ironman Kärnten an den Start gehen. Auf dem Weg dorthin hakt sie gerade einen sportlichen Erfolg nach dem anderen ab. Vor einer Woche absolvierte sie ihren ersten Zehn-Kilometer-Lauf in Althofen, eine Woche darauf folgte bei „Kärnten Läuft“ ihr erster Halbmarathon. Beide Male kam sie als Letzte ins Ziel. Und beide Male war ihr das völlig egal.
Aus einem Scherz wurde Realität
„Vor ein paar Wochen hat mein Mann noch gesagt, es wäre ja lustig, wenn ich den Halbmarathon laufen würde“, erzählt Dreier. Außerdem hatte sie gehört, dass man auch einen Halbmarathon schaffe, wenn man zehn Kilometer laufen könne. Diese absolvierte sie beim Althofener Altstadtlauf. „Da wusste ich, dass ich das kann.“

Ab Kilometer 17 wurde es „zach“
Nur eine Woche später stand die 27-Jährige deshalb in Velden am Start. Schon früh bemerkte sie: „Ah, ich bin die Letzte.“ Bis Kilometer zwölf lief es gut, ab Kilometer 17 wurde es „zach”. „Ab Kilometer 18 war’s scheiße. Da hieß es einfach durchbeißen.“ Nach etwas mehr als dreieinhalb Stunden erreichte sie schließlich das Ziel.
Dabei merkte sie, wie viel beim Laufen im Kopf passiert. „Der Körper hat viel früher gesagt: ‚Ich kann nicht mehr.‘“ Trotzdem war für sie klar, dass sie es schaffen würde.
Motivationsjoker
Für schwierige Momente hatte Dreier ihre „Motivationsjoker“ dabei: Wasser, Elektrolyte, Zuckerl und zwei Fruchtquetschies mit Kokos-Ananas-Geschmack – quasi ein alkoholfreier Pina Colada. Die brauchte sie auch wirklich, Musik dagegen nicht. Die Stimmung entlang der Strecke war viel besser. Die Menschen feuerten sie an und auch bei den Labestationen wurde sie herzlich unterstützt.

Dass ihre Geschichte inzwischen auch andere motiviert, hat die Siegerin der Herzen ebenfalls zu spüren bekommen. Bereits am Start wurde sie von Menschen angesprochen, die ihr auf Instagram folgen. Nach dem Lauf erreichten sie zahlreiche Nachrichten. Die Menschen schrieben ihr, dass sie ihretwegen selbst laufen gegangen seien oder sich von ihrem Durchhaltevermögen motiviert fühlten. „Ich war einfach so überwältigt von allem“, sagte Dreier später.
Polizei im Rücken
Etwas gewöhnungsbedürftig war die Begleitung auf den letzten Kilometern: Polizei und Schlussfahrzeug fuhren hinter ihr her. „Das hat mich schon ein bisschen nervös gemacht.“ Dafür wartete ihr Mann, der sein eigenes Rennen gelaufen war, im Ziel auf sie. Dort gab es für die letzte Finisherin noch einmal Applaus und Konfetti: „Der Oberhammer!“

Als sie wieder daheim war, gab es nur noch das Bett und davor eine ausgiebige Dusche. Dreier hatte sich für ihren Lauf mit viel Glitzer geschmückt, der musste wieder runter. Aber er war gut für die Motivation. Ganz nach dem Motto: „Halbmarathon, but make it girly, waßt?“
Auch das nächste Ziel steht bereits fest: Beim Airport Night Run auf dem Klagenfurter Flughafen-Gelände möchte Dreier eine 5,5-Kilometer-Runde absolvieren. Nach den letzten Events fast schon eine gemütliche Veranstaltung. Das Ziel „Ironman 2028“ verliert sie jedenfalls nicht aus den Augen.