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Metal on the Hill: Kein Einheitsbrei

Seit 2016 ertönen metallische Klänge am Grazer Schloßberg – dieses Jubiläum wurde würdig und freudig begangen.

Ein Höhepunkt: Soulfly am Schloßberg
© Klz / Daniel Winter
Ein Höhepunkt: Soulfly am Schloßberg
Sam Schlagenhaufen

Nun sind es also auch schon wieder zehn Jahre her, dass „Metal On The Hill“ aus der Taufe gehoben wurde. In diesen Jahren wurden wahrlich namhafte einschlägig bekannte Akteure wie etwa die Schmunzelmonster Lordi, die deutsche Metall-Queen Doro, Power-Metaller wie Hammerfall, Powerwolf und Blind Guardian, Ikonen wie die ehemalige Nightwish-Sängerin Tarja Turunen und Ex-Iron-Maiden-Sänger Blaze Bayley, aber auch so genannte Mittelalterrocker wie etwa Feuerschwanz aufgeboten – die Liste der Akteure ist sehr lang. Während das Festival meistens über zwei Tage ging, später gar in Schwebe stand, sich dann als Tagesereignis behaupten konnte und kann, weil es natürlich auch (wie die ganze Gesellschaft) 2020 von den Auswirkungen einer (wer sich erinnern mag) Pandemie betroffen war.

Auch heimische Acts sind wichtiger Bestandteil

„Metal On The Hill“ zeichnet übrigens auch aus, dass immer wieder heimische Bands mit im Programm dabei sind. Visions Of Atlantis seien hier exemplarisch erwähnt. Die aktuelle Ausgabe eröffnete eine wiederbelebte Formation aus der Steiermark: Matter Of Taste, quasi das metallene Liebkind von Gitarrist und Komponist Franz Wetzelberger, bewies, dass man mit symphonisch-progressiven Stücken bereits am frühen Nachmittag überzeugend abliefern kann – auch dank einer virtuos aufspielenden und singenden Top-Bandbesetzung. Ebenfalls aus der Steiermark kommen Veins of Suffering, die mit ihrem Melodic Death Metal (trotz einiger technischer Probleme und etwas gleichförmigem Material) durchaus punkten konnten.

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© Klz / Daniel Winter

Mystisches folgte danach: Tabernis (angeblich aus Belgien stammend, man hält sich da bedeckt), ein – nun ja – originelles Duo mit Begleitmusikern, bietet in seinem Programm genau das, als was es angekündigt wurde: „Tabernis kommen nicht mit Gitarrenwand, sondern mit Dudelsack, Davul und Bienenschwarm. Noxifer und Umbrae schleppen Mittelalter, Dark Folk und Metal-Spirit in denselben finsteren Stock.“ Heißt übersetzt: eher simple Trommelrhythmik mit Dudelsack (oder umgekehrt), die beim Publikum gut ankommt. Danach gab es praktisch „zur Erholung“ klassischen Heavy Metal, dargeboten von Burning Witches, fünf metallenen Ladies aus der Schweiz, die bereits 2023 bewiesen haben, wie man Bewegung in die Bude bringt. Nicht wirklich innovativ (die aus Holland stammende Sängerin Laura Guldemond erweist sich als wenig variantenreich), aber effektiv dargeboten.

Max Cavalera kam im Team-Dress

Richtig Stimmung ist danach natürlich bei den Veteranen von Soulfly garantiert. Wobei als Veteran geht eigentlich als einzige Konstante im Bandgefüge nur Gitarrist Max Cavalera – übrigens mit österreichischem Fußballnationaltrikot zugange – durch, denn der Ableger der legendären brasilianischen Thrasher Sepultura hat unzählige Line-up-Wechsel (Sohnemann Zyon Cavalera bearbeitet immerhin seit 2012 das Schlagzeug) hinter sich, was aber der kompromisslosen Ausrichtung und Härte der Band keinen Abbruch tut. Wie überhaupt Soulfly irgendwie „den“ Auftritt des Abends hinlegten – da hatte auch Nuri (der junge Enkelsohn von Franz Wetzelberger) bei einer Nummer als Gasttrommler einen kleinen Anteil daran.

Der Headliner war erwartungsgemäß auch der Abräumer des Abends, denn die schottische Mitgröhl-Metal-Folk-Truppe (durchaus positiv gemeint) Alestorm, die übrigens bereits 2017 dabei war (da allerdings noch im Nachmittagsprogramm), ließ wirklich nichts anbrennen. Angestachelt von einer riesigen aufblasbaren Ente als Bühnenmittelpunkt ging die Menge schlicht und ergreifend noch einmal so richtig mit und ab. Richtig abfeiern war zum Finale angesagt!

Apropos feiern: „Metal On The Hill“ wird es auch im nächsten Jahr am Grazer Schloßberg geben. Das ist gut und erfreulich, denn es gibt hierzulande eine ordentliche Metal-Fangemeinde, die ihre Begeisterung leidenschaftlich lebt. Und den Organisatoren vom Eisenerzer Label Napalm Records gelingt es Jahr für Jahr, ein bestens organisiertes und reibungslos ablaufendes Festival auf die Kasematten-Bühne zu bringen.