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Künstlerische Gratwanderungen im Künstlerhaus Klagenfurt

Mit einem Tag der offenen Tür und der Ausstellung „schmaler Grat“ öffnet das Klagenfurter Künstlerhaus nach der Sommerpause wieder seine Tore.

Ulrich Kaufmanns „mediale Gratwanderung“
© U. Kaufmann
Ulrich Kaufmanns „mediale Gratwanderung“
Karin Waldner-Petutschnig

Am Vortag wurden noch die letzten Schrauben und Nägel montiert, dann war alles bereit für den Tag der offenen Tür im frisch renovierten Klagenfurter Künstlerhaus. Und das kann sich mit neuer Klimaanlage und drei Künstlerateliers im Obergeschoß des denkmalgeschützten Franz-Baumgartner-Baus im Goethepark mehr als sehen lassen. Eines der Ateliers wird bereits seit Jahren von Gertrud Weiss-Richter genutzt, die auch in der am Donnerstag eröffneten Ausstellung „schmaler Grat“ im Rahmen der „Triennale IV“ des Kunstvereins vertreten ist: Mit einer Leiter und einem angedeuteten Fenster soll in der Acrylmalerei die Hoffnung ausgedrückt werden, einen „Balanceakt am schmalen Grat zu bewältigen“. 

28 Künstlerinnen und Künstler

Insgesamt widmen sich 28 Künstlerinnen und Künstler dem vielschichtigen Thema, das von Barbara Ambrusch-Rapp, Helmut Machhammer und Rosa Roedelius kuratiert wurde. Eröffnet von Kunstvereins-Präsident Igor Pucker und musikalisch gestaltet von Violinistin Lena Kolter wurde die Vernissage zum Multi-Kulti-Fest. Bilder und Bücher, die aus dem Zusammenspiel von Malerei, Musik und Literatur entstanden sind, zeigt Cornelia Kaufmann in der Kleinen Galerie, während der Hauptraum mit seinen Nebenräumen ganz den „Gratwanderungen“ vorbehalten ist.
Da reicht die spannende Auswahl an Arbeiten in den unterschiedlichsten Techniken und Medien von den filigran wirkenden Draht- und Papierskulpturen von Petra Treffner, dem schwarz umrandeten weißen Festkleid einer ukrainischen Kriegsbraut von Marlies Liekfeld-Rapetti über ein Video-Still von Sigrid Friedmann mit einem migränegeplagten Kopf und Niclas Anatols Skulptur aus Krastaler Marmor bis zu Melitta Moschiks Alu-Schriftbildern zum Thema Menschenrechte und Ulrich Kaufmanns Video „mediale Gratwanderung“. Es sind Positionen, die illustrieren, „wo wir uns als Gesellschaft bewegen“ (Ambrusch-Rapp). Vom schmalen Grat in Grenzsituationen, vom Leben als Balanceakt erzählen diese Werke, von Erwartungen und Hoffnungen, vom Schweben und Verwurzelt-Sein. Alles andere als „schwach. šibko. debole“ (so das Leitthema der Triennale IV) ist diese kreative Leistungsschau, die ein beeindruckendes Mosaik heimischen Kunstschaffens ergibt.

Zur Ausstellung

Ausstellung „schmaler Grat“, Künstlerhaus Klagenfurt, bis 26. September, Di – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr; kunstvereinkaernten.at  

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