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Baustart Bleiburger Hütte: Materialtransport per Hubschrauber

Der Kulturverein Petzen wurde 2021 gegründet, um die Hütte zu erhalten und touristisch attraktiv zu machen. Jetzt starten die Bauarbeiten.

Ein Mann steht zwischen Ruinen
© Kulturverein_Petzen
Obmann Michael Drugowitsch bei der Bleiburger Hütte
Sandra Zarfl
Redakteurin Regionalredaktion Wolfsberg & Völkermarkt

Ein unscheinbarer Steig führt zur Bleiburger Hütte auf rund 2000 Metern Seehöhe. Rund 45 Minuten – je nach Tempo – benötigen Wanderer von der Petzen-Bergstation, um zur Hütte zu gelangen, die im Jahr 1933 erbaut wurde und im Jahr 1943 in den Wirren des Zweiten Weltkrieges den Flammen zum Opfer fiel.

78 Jahre später, im Jahr 2021, hat sich dann der Kulturverein Petzen gegründet – „mit dem Ziel die Bleiburger Hütte für die Nachwelt zu erhalten, sie vor der Vergessenheit zu bewahren und ein attraktives Wanderziel zu schaffen, von dem die ganze Region touristisch profitiert“, erzählt Obmann Michael Drugowitsch, dessen Großonkel Otto Drugowitsch die Hütte errichtet hat. Zunächst wurde der desolate Zustand der Ruinenmauern beseitigt und der weitere Verfall gestoppt.

Jetzt, rund fünf Jahre später, gebe es nicht nur 150 unterstützende Mitglieder des Vereins und es seien zahlreiche „bürokratische und bauliche Hürden“ überwunden worden, sondern es werden auch „Nägel mit Köpfen“ gemacht. Denn der Baustart ist am 14. September mit der regionalen Baufirma Liesnig geplant. Danach werde mit den Baumeisterarbeiten gestartet. Und hier komme die Schwierigkeit. Denn: Es gibt keine Straße, auf der man das Baumaterial hinauftransportieren könnte.

Gregor Kassl, Michael Drugowitsch, Klaus Liesnig und Alexander Themel (Von links)
© Kulturverein_Petzen
Gregor Kassl, Michael Drugowitsch, Klaus Liesnig und Alexander Themel (Von links)

Bei den ersten Sicherungsmaßnahmen der Bleiburger Hütte wurden bereits hunderte ehrenamtliche Stunden investiert. Bis heute sind über fünf Tonnen Material zu Fuß mit Rucksäcken und Kraxen ab Ende Siebenhütten-Lift „mit viel Schweiß und Engagement“ zur Bleiburger Hütte transportiert worden. „Ab nun wird ein Hubschrauber insgesamt 20 Tonnen Material zur Hütte befördern. Ab dem Baustart sind rund 30 Flüge geplant“, so der Obmann weiter. Diese werden dann im Bereich der Bergstation Petzen von rund 1700 Meter Seehöhe auf 2000 Meter Seehöhe geflogen.

Zunächst werde die Ruine gesichert und eine Decke über die gesamte Fläche eingezogen, um die Stabilität des Bauwerks zu sichern. „Eine solche Arbeit ist auf dieser Seehöhe nicht alltäglich“, so Drugowitsch. Während der Baustelle ist der Steig direkt zur Hütte gesperrt. Ansonsten gebe es „keine großen Einschränkungen für Wanderer“, es wurde nämlich ein Alternativweg eingerichtet.

© Kulturverein_Petzen

Diese Bauarbeiten sollen im Herbst abgeschlossen sein. Anschließend beginnen die Stahlarbeiten. Denn es ist auch eine Aussichtsplattform geplant, die ein 100-jähriges Lawinenereignis standhalten soll. Mit „Glück und gutem Willen“ sollen die Bauarbeiten im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Insgesamt werde eine sechsstellige Summe investiert, die finanziellen Mittel durch Sponsoren und Förderer gestemmt. Die Bleiburger Hütte soll auch „musealen Charakter“ erhalten. Geplant seien Infotafeln rund um die Petzen, die unter anderem Geologie, Bergbau, Flora und Fauna beinhalten sollen. Auch Vernissagen könnten in Zukunft dort stattfinden.

Über den aktuellen Stand des Projektes werde auch im Alpe-Adria-Zelt des Bleiburger Wiesenmarktes informiert. Dort gebe es auch ein Gewinnspiel. Zudem gibt es eine Bausteinaktion zur Unterstützung des Vorhabens. Der Bleiburger Künstler Emil „Emo“ Oman hat dafür gerahmte Kunstwerke angefertigt. 

Eine Visualisierung der Bleiburger Hütte
© KK
Eine Visualisierung der Bleiburger Hütte