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Staatsschulden explodieren: Das Mahnmal, das zum Wahnmal wurde

Manfred Neuper
Wirtschaft
Vor gut einem Jahr, im Juli 2025, lag die US-Staatsverschuldung bei knapp 36 Billionen Dollar – jetzt sind es 40 Billionen
© IMAGO/Selcuk Acar
Vor gut einem Jahr, im Juli 2025, lag die US-Staatsverschuldung bei knapp 36 Billionen Dollar – jetzt sind es 40 Billionen

Schulden-Uhren, die die Schuldenentwicklung von Staaten in Echtzeit abbilden, sollten einst pädagogische Wirkmacht entfalten. Das ist gescheitert.

Es war der 20. Februar 1989. Der US-Immobilienmogul Seymour Durst (1913-1995) ließ mitten in New York die sogenannte „National Debt Clock“, die „Nationale Schulden-Uhr“, installieren. Sie zeigt, gewissermaßen in Echtzeit, die Entwicklung der US-Staatsschulden. 1989 waren sie auf 2700 Milliarden Dollar angestiegen. Die Uhr sollte pädagogische Wirkkraft entfalten, bauliches Zeichen dafür sein, dass es „mit dem ungezügelten Schuldenmachen“ so nicht weitergehen kann. Das war zumindest die Intention. Gelungen ist das nicht, denn seither geht es nach oben. Unbarmherzig. Ungebremst.

Im Herbst 2008 sind der Schulden-Uhr sogar die Stellen ausgegangen, weil der Schuldenberg über die Marke von 10.000 Milliarden Dollar angewachsen ist. „Das Mahnmal wurde zum Wahnmal“, kommentierten wir damals. Und heute, keine 20 Jahre später? 40.000 Milliarden! Aus dem Schuldenberg sind regelrechte Gebirgszüge geworden. Das lange Zeit – trotz aller Probleme – fast unerschütterliche Vertrauen in US-Staatsanleihen, der Nimbus als „sicherer Hafen“, zerbröselt zusehends.

Schuldenmachen wird derzeit in einem atemberaubenden Tempo teurer. Auch in Europa. Ein Teufelskreis. Allein die Zinslast macht laut „New York Times“ in den USA mittlerweile etwa die Hälfte der jährlichen Neuverschuldung aus.

Und so ticken die Schulden-Uhren unerbittlich weiter. Wenn es so weitergeht, wird die Uhr zum unüberhörbaren Wecker, der ein böses Erwachen garantiert.

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