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Motorradunfall: 54-Jährige prallte in der Obersteiermark gegen Felsen

Anrainer alarmierte nach „lautem Knall“ Einsatzkräfte. Notarzthubschrauber flog Lenkerin mit Polytrauma ins LKH Leoben, Ärzte verweisen auf Notwendigkeit dieses operativen Zentrums.

Der Reifen vorne ist komplett weggebrochen
© FF Mürzsteg
Der Reifen vorne ist komplett weggebrochen
Christian Huemer
Teamleiter - Redaktion Mürztal

Es war ein Unfall, wie er in der Gegend rund um Neuberg und Mariazell leider allzu oft passiert: Wieder hat es einen schweren Motorradsturz gegeben, die Lenkerin war diesmal eine 54-jährige Frau aus Oberösterreich.

Sie war mit ihrer KTM auf der L123 von der Passhöhe Niederalpl kommend in Richtung Mürzzuschlag unterwegs und kam in einer Linkskurve aus noch ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab.

„Lauter Knall“

Das Motorrad fuhr über eine leichte Böschung und prallte in der angrenzenden Wiese gegen einen dort liegenden Felsen. Durch die Kollision stürzte die Lenkerin vom Fahrzeug und blieb in der Wiese liegen. Ein Anrainer, der durch einen lauten Knall auf das Unfallgeschehen aufmerksam geworden war, wählte umgehend den Notruf.

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Die Frau wurde erstversorgt und mit dem Hubschrauber ins LKH Leoben geflogen
Die Frau wurde erstversorgt und mit dem Hubschrauber ins LKH Leoben geflogen © FF Mürzsteg

Zwei zufällig anwesende Ärzte sowie ein First-Responder übernahmen die medizinische Erstversorgung. Der Rettungshubschrauber C 17 flog die Frau mit schwersten Verletzungen in das LKH Leoben. Die Freiwillige Feuerwehr Mürzsteg barg das schwer beschädigte Motorrad.

Polytrauma

Im Leobener Spital lobt man die gute Arbeit des Notarztes vor Ort. Die Frau hatte ein Polytrauma erlitten, die Lunge war zusammengefallen. Sie hatte mehrere Löcher im Darm, dazu multiple Frakturen an Arm, Bein und Becken.

„Für solche Fälle braucht es ein operatives Zentrum, mehrere Fächer müssen rasch ineinander greifen“, erklärt Gerhard Bratschitsch, Primar der Ortho-Traumatologie (Unfallchirurgie) in Leoben.

Operatives Zentrum in Leoben liefert

Früher wären solche Fälle großteils in Graz gelandet. Der Hintergrund: Die chirurgischen Disziplinen waren im Verbund Hochsteiermark zwischen den LKH-Standorten Bruck und Leoben aufgeteilt, man konnte solche Fälle nicht in einem Haus versorgen. „Jetzt ist das möglich“, betont der Primar.

Bei der Ärzteschaft will man damit unterstreichen, wie wichtig es war, diesen Schritt zu gehen. „Wir hören sonst oft, wenn etwas nicht funktioniert. Hier wollen wir einmal aufzeigen, wie wichtig die Strukturreform auch im Sinne der Patientinnen und Patienten ist.“

Gerhard Bratschitsch, Primar der Ortho-Traumatologie
© KLZ / Johanna Birnbaum
Gerhard Bratschitsch, Primar der Ortho-Traumatologie