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Europas Banken haben seit 2010 fast jede dritte Stelle abgebaut

Auswertung italienischer Gewerkschaft auf Basis von EZB-Daten: Die Zahl der Bankmitarbeiter in Europa ist um fast eine Million gesunken.

Die „Banken-Skyline“ in Frankfurt
© IMAGO/Richie Sanders
Die „Banken-Skyline“ in Frankfurt

Europas Banken haben in den vergangenen 15 Jahren fast eine Million Arbeitsplätze abgebaut. Zwischen 2010 und 2025 sank die Zahl der Beschäftigten im europäischen Bankensektor um 921.903 auf 2,13 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von rund 30 Prozent. Grundlage sind von der italienischen Gewerkschaft Fabi ausgewertete Daten der Europäischen Zentralbank (EZB), wie die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ am Donnerstag berichtete.

Fabi-Chef Lando Maria Sileoni bezeichnete die Entwicklung als besonders deutlichen Ausdruck des tiefgreifenden Wandels im europäischen Bankensektor. Fusionen und Übernahmen, die technologische Transformation, Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz haben demnach zu einer weitreichenden Neuordnung der Branche beigetragen. Als Wendepunkt gilt die Finanzkrise von 2008, nach der in den wichtigsten europäischen Ländern umfangreiche Restrukturierungen einsetzten.

Zahl der Banken in Europa deutlich zurückgegangen

Auch die Zahl der Banken ist deutlich zurückgegangen. In Italien gehörten dem Bankenverband Abi 2010 noch 760 Institute an, 2025 waren es nach Angaben Sileonis nur noch 420. Die Konsolidierung setzt sich fort. Zu den aktuellen Beispielen zählt der Übernahmekampf zwischen der Mailänder Großbank Intesa Sanpaolo und Monte dei Paschi di Siena (MPS). Intesa hat ein Übernahmeangebot für MPS vorgelegt, woraufhin MPS mit Angeboten für Banco BPM und Banca Generali reagierte.

Parallel zur Zahl der Beschäftigten schrumpfte auch das Filialnetz. In Europa verschwanden zwischen 2010 und 2025 mehr als 106.000 Bankfilialen, ein Rückgang von 46 Prozent. In Italien sank ihre Zahl von 33.631 auf 19.182. Damit wurden 14.449 Filialen geschlossen, ein Minus von 43 Prozent.

Im europäischen Vergleich hat Italien den Beschäftigungsabbau bisher vergleichsweise stark begrenzt. Die Zahl der Bankmitarbeitenden sank zwischen 2010 und 2025 um rund 20 Prozent beziehungsweise um etwa 63.000 auf 257.966 Mitarbeitende. 2010 waren noch 321.000 Menschen im Bankensektor beschäftigt. Damit liegt Italien zehn Prozentpunkte unter dem europäischen Durchschnitt.

Deutlich stärker war der Rückgang in Spanien. Dort sank die Zahl der Bankbeschäftigten um 36 Prozent von 261.389 auf 166.231. In Deutschland ging die Beschäftigung um 15 Prozent zurück, von 615.616 auf 520.449. Frankreich verzeichnete mit einem Minus von 8 Prozent den geringsten Rückgang unter den großen europäischen Bankenmärkten. Dort sank die Zahl der Beschäftigten von 412.933 auf 378.127.

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