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Kärntner Imker sind die Profiteure der Trockenheit

Imker sind zufrieden: Der Honigertrag wird heuer als durchwegs besser im Vergleich zu den Vorjahren bewertet. Bienen hatten ob der Hitze allerdings Kühlstress.

Ein Mann hält einen Stock voller Bienen in den Händen und blickt in die Kamera
© Markus Traussnig
Die heimischen Imker, hier Christian Salzer vom Bienenzuchtverein St. Veit und Umgebung, sind mit dem heurigen Honigertrag sehr zufrieden
Simone Jäger
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Über ein gutes Honigjahr freuen sich Mittelkärntens Imkerinnen und Imker. „Die Saison ist gut verlaufen, wir sind zufrieden. Für den Honigertrag hat das Wetter gut gepasst“, sagt Obmann Daniel Hölbling vom Bienenzuchtverein (BZV) Ebene Reichenau. Der Verein besteht aus 20 Mitgliedern, von denen jedes im Durchschnitt zehn bis 15 Bienenvölker betreut. Hölbling selbst nennt hundert Bienenvölker sein Eigen und freut sich, dass es seit heuer eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung für Honig gibt: „Jetzt sieht man, wie viel Honig in den Geschäften von irgendwoher kommt. Ich kann nur appellieren, zu heimischen Produkten zu greifen.“

Über einen guten Ertrag freut sich auch Obmann Benedikt Weißensteiner vom BZV Himmelberg. „Es war heuer ein besseres Jahr. Da es aber in den vergangenen Jahren fast keinen Honig gab, darf man das nicht überbewerten“, meint Weißensteiner. Für die sogenannte Tracht, die das gesamte Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau beschreibt, das Honigbienen in den Bienenstock bringen, sei das trockene Wetter in diesem Jahr „sehr gut“ gewesen: „Da ich aber auch Landwirt bin, muss ich sagen, dass die Trockenheit in allen anderen Bereichen zum Verzweifeln ist“, betont Weißensteiner. Er dankt den Kundinnen und Kunden, dass sie „ihren“ Imkerinnen und Imkern die Treue halten, auch wenn es in schlechten Zeiten einmal keinen Honig gibt: „Sie kommen trotzdem wieder, auch wenn man einmal nichts anzubieten hat.“

Obmann Daniel Hölbling vom BZV Ebene Reichenau
© Privat/KK
Obmann Daniel Hölbling vom BZV Ebene Reichenau

Der BZV Himmelberg – der im Jahr 1906 gegründet wurde und somit heuer 120 Jahre alt wird – besteht aus rund 20 Mitgliedern. „Wir haben uns heuer mit einem Stand am Bauernmarkt präsentiert, aber sonst feiern wir das Jubiläum nicht besonders. Wir sind ja ein kleiner Verein“, sagt der Obmann.

Honigbienen im Kühlstress

Ein im Vergleich dazu großer Verein ist der BZV St. Veit und Umgebung mit seinen etwa 90 Mitgliedern. „Heuer gibt es viele lachende Gesichter bei den Imkern, es war ein sehr gutes Jahr“, stimmt Obmann Christian Salzer in den Tenor seiner Kollegen ein. Ganz spurlos sei aber auch an den Bienen die Trockenheit nicht vorübergegangen: „Im Bienenstock müssen die Bienen eine Temperatur von 35 Grad Celsius halten. Draußen hatte es teilweise bis zu 39 Grad und durch die Trockenheit gab es auch weniger Wasserstellen, wo die Bienen Wasser zur Kühlung des Bienenstocks holen konnten“, erklärt Salzer.

Die Mitglieder des BZV St. Veit und Umgebung werden heuer übrigens wieder am Wiesenmarkt-Umzug teilnehmen. „Wir haben im Vorjahr zu unserem 130-Jahr-Jubiläum mitgemacht und haben beschlossen, heuer wieder dabei zu sein“, freut sich Salzer.

Die Qualität wird sich zeigen

Auch im Oberen Gurktal ist man mit der Honigernte ziemlich zufrieden. „Es war schon das vergangene Jahr gut, heuer war es noch einmal besser“, erklärt Obmann Stefan Höfferer vom BZV Oberes Gurktal, der gut 40 Mitglieder hat. „Ich denke, dass auch die Qualität des Honigs sehr gut sein wird, aber Genaues weiß man erst nach der Prämierung im Herbst“, so Höfferer. Die Siegerehrung der Kärntner Honigprämierung findet jedes Jahr im November im Rahmen der Kärntner Brauchtumsmesse in Klagenfurt statt.