Kunstfestival "Supergau" beleuchtet 2027 den Tennengau
Das biennale Salzburger Kunstfestival "Supergau" rückt von 13. bis 23. Mai 2027 den Tennengau in den Mittelpunkt. Eine Fachjury hat elf Projekte aus 270 Einreichungen ausgewählt. Diese Projekte entfalten sich aus der Region und greifen ihre Gegebenheiten auf. Besonders willkommen waren laut Festivalleitung spartenübergreifende Formate, die lokale Initiativen, Vereine, Institutionen und auch Einheimische, Jugendliche und Kinder mit einbinden.

Umgesetzt werden die Projekte an unterschiedlichen Orten und als mobile Festivalbeiträge im Tennengau. So entsteht etwa im Steinbruch von Adnet mit "Marmor Zement Wasser (AT)" von Christian Göthner und Kai-Hendrik Windeler eine temporäre Werkstatt, in der Terrazzo hergestellt werden kann. Das Projekt "Soiltude" von Maria Nalbantova und Antoni Rayzhekov macht den Erdboden hörbar und überträgt ihn live in die Kopfhörer der Festivalgäste. In Kooperation mit dem Holztechnikum Kuchl entsteht mit "Holy Wood" von Harald Scherz aus regionalen Hölzern eine ringförmige Struktur, die zum Sitzen und Liegen einlädt.
Ausgehend von der Sammlung des Museum Kuchl entwickeln Ana de Almeida und Lena Rosa Händle mit "Fossilien der Zukunft" gemeinsam mit Jugendlichen aus Kuchl ein Gegenarchiv, das von einer Vergangenheit erzählt, die es so nie gegeben hat, die es aber vielleicht hätte geben können. In Kooperation mit dem Theater Abtenau fragt das Theater im Bahnhof Graz beim investigativen Spaziergang "Apres Schnee", was vom Ort bleibt, wenn der Schnee ausbleibt.
Das interdisziplinäre und internationale Kollektiv "Von Null" macht mit "Forever Jung" den Abtenauer Marktplatz zum quietschbunten Aufenthaltsort mit Plantsch-Potenzial für alle. In "Collagierte Wirklichkeit" widmet sich Hannah Jorinde Dörr im verlassenen Straßenwärterhäuschen in Oberscheffau mit alten Fotografien und Erzählungen der Geschichte des Ortes, und beim Sonderprojekt "KLammer" von Leon Bernhofer und Hélène Dal Farra wird mit Kunstschaffenden, Studierenden und Einwohnern gemeinsam erarbeitet, wie das Häuschen künftig genutzt werden kann.
Im Rahmen eines Residenz-Programms vom 22. bis 26. September 2026 können die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler vor Ort recherchieren. Beim öffentlichen Come-Together am 23. September in Abtenau besteht die Möglichkeit, die Kunstschaffenden und das Supergau-Team kennenzulernen. Haiko Pfost, künstlerischer Leiter des Festivals, zeigt sich erfreut darüber, dass lokale Kunstschaffende in der Auswahl stark vertreten sind. "Das zeigt, wie vielfältig die Perspektiven auf den Tennengau sind und wie viel künstlerisches Potenzial direkt vor Ort vorhanden ist." Neben den ausgewählten Projekten wird es am Leierhof in Abtenau während des Festivals im Mai 2027 eine "Künstler:innen-Residenz" geben. Das vom Land Salzburg initiierte Festival gastierte bereits im Flachgau (2021), Lungau (2023) und Pinzgau (2025).
(S E R V I C E - www.supergau.org)