Erste Interessenten für Stadionbad-Gastro in Wolfsberg
Nach Facebook-Kritik und Essenstest der Kleinen Zeitung bot Pächter vom „Sägewerk Fun“ die ablösefreie Übergabe der Stadionbad-Gastro an. Zur Kino-Gastro gibt es seit heuer vom Schwimmbad aus keinen Zugang mehr. Die Gründe.

Zu wenig Auswahl, kleiner gewordene Portionen und zu hohe Preise: Das kritisieren die Badegäste beim „Sägewerk Fun“, also dem Gastronomiebetrieb im Wolfsberger Stadionbad. Nach haufenweise Beschwerden auf Facebook hat die Kleine Zeitung die Gastro selbst unter die Lupe genommen – und sich ein wenig durch die Speisekarte gekostet (wir berichteten ausführlich).
Mit den Gästebeschwerden konfrontiert, erklärte Pächter René Forstner vom „Sägewerk“, der auch die Gastro beim angrenzenden Wolfsberger Kino gepachtet hat: „Der Standort der Gastronomie im Freibad kann jederzeit ablösefrei übergeben werden. Für etwaige Anfragen bitte ich gleich direkt die Stadtwerke Wolfsberg zu kontaktieren.“ Forstner würde nicht nur vorzeitig aus dem Pachtvertrag aussteigen, sondern im Falle eines Pächterwechsels auch auf die bestehende „Konkurrenzklausel“ verzichten. Laut dieser Klausel, die mit der Errichtung des Kinos vertraglich festgesetzt wurde, dürfte nämlich kein Fremdpächter das „Sägewerk Fun“ übernehmen.

Seit dem Essenstest und der Berichterstattung sind vier Wochen vergangen. Ob sich inzwischen interessierte Pächter bei den Stadtwerken gemeldet haben, die das „Sägewerk Fun“ übernehmen möchten? „Aufgrund der medialen Berichterstattung gibt es erste Rückmeldungen und Reaktionen. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir diese zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren oder im Detail bewerten. Die Wolfsberger Stadtwerke werden die Situation nun geordnet prüfen. Sollte es zu weiteren Schritten oder zu einer Neuvergabe kommen, wird dies transparent und zeitgerecht öffentlich bekanntgegeben“, erklärt Dieter Rabensteiner, der als Abteilungsleiter bei den Stadtwerken für das Stadionbad zuständig ist.

Übrigens: In den vergangenen Jahren stand den Badegästen auch ein direkter Zugang im Bereich des Baby-Beckens zur Kino-Gastronomie zur Verfügung, die einen guten Ruf genießt. Seit dieser Saison bleibt ihnen der direkte Zugang zur Terrasse vom „Sägewerk“ jedoch verwehrt. „Zutritt für Badegäste nicht gestattet! Drehkreuz geschlossen“, ist auf einer Tafel beim bisherigen Zugang zum Gastgarten zu lesen.

Wie das? Die Stadtwerke haben heuer nach 20 Jahren das Zutrittssystem zum Stadionbad erneuert, rund 70.000 Euro wurden investiert. „Im Zuge der Modernisierung wurde der bisherige Zugang über die Terrasse der Kino-Gastronomie technisch neu bewertet. Damit der Zugang über die Terrasse weiterhin genutzt werden kann, muss dieser von der Kino-Gastronomie technisch in das neue Zutrittssystem eingebunden werden. Die dafür erforderliche Investition und Einbindung fallen in den Verantwortungsbereich der Kino-Gastronomie und sind bislang nicht erfolgt“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Christian Schimik. Pächter René Forstner war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Laut Rabensteiner handelt es sich bei der Kino-Terrasse „um einen sicherheitsrelevanten Außenbereich. Im Unterschied zum Haupteingang, der zusätzlich über ein Gittertor abgesichert ist, wären hier bei einer technischen Umrüstung höhere Anforderungen zu erfüllen. Dafür wäre insbesondere ein überstiegssicheres Drehkreuz mit entsprechender Zutritts- und Lesetechnik notwendig, für das nach derzeitiger Einschätzung mit Gesamtkosten von 20.000 Euro zu rechnen ist.“ Das derzeit vorhandene Drehkreuz ist rund 20 Jahre alt und stammt vom früheren Beachvolleyball-Areal. „Es ist sowohl mechanisch, als auch elektronisch am Ende seiner technischen Lebensdauer“, so Rabensteiner.
