Wegen Österreichern: Diese Fans dürfen nicht ins Stadion von Udine
Beim Coppa Italia-Spiel in Udine müssen Bewohner der Provinz Venedig draußen bleiben. Die Behörden reagieren auf einen Angriff im Vorjahr.
Große Aufregung in Norditalien: Beim italienischen Cup-Duell zwischen Udinese und Venezia bleibt der Gästesektor für viele Fans leer. Denn die Behörden untersagen allen Bewohnern der Provinz Venedig den Kauf von Eintrittskarten. Hintergrund ist auch ein gewalttätiger Angriff auf einen Zug im Februar des Vorjahres – unter den damals Festgenommenen waren fünf Österreicher.
Wohnsitz ist entscheidend
Es ist zwar keine der international bekanntesten „Sportfeindschaften“, aber wenn Udinese Calcio und Venezia FC aufeinandertreffen, geht es nicht mehr nur um Fußball. Für das Duell im Rahmen der Coppa Italia am 2. September in Udine gelten deshalb strenge Sicherheitsvorkehrungen. Wie Nordest24 berichtet, dürfen Menschen mit Wohnsitz in der gesamten Provinz Venedig keine Eintrittskarten für die Partie kaufen.
Angeordnet wurde das Verbot von der Präfektur Udine. Die Entscheidung beruht nach Angaben der Behörde auf einer Einschätzung des italienischen Komitees zur Analyse der Sicherheit bei Sportveranstaltungen. Ziel sei es, Risiken im Zusammenhang mit der Anwesenheit der Gästefans zu begrenzen und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu erleichtern. Das Verbot betrifft ausdrücklich den Wohnsitz: Nicht pauschal jeder Anhänger des Venezia FC ist ausgeschlossen, sondern jede Person, die in der Provinz Venedig gemeldet ist.
Österreicher wurden festgenommen
Dass die Behörden diesmal besonders vorsichtig sind, hat einen ernsten Hintergrund, Nordest24 verweist auf den 1. Februar 2025: Nach einem damaligen Ligaspiel zwischen Udinese und Venezia wurde der mit Venezia-Anhängern besetzte Zug bei der Bahnstation Basiliano westlich von Udine angegriffen.
Nach der damaligen Rekonstruktion der Polizei, über die etwa die italienische Tageszeitung La Repubblica berichtete, hatten sich rund 50 teilweise vermummte Personen in den Bereich der Gleise begeben. Die Gruppe soll aus Anhängern von Udinese und dem SV Austria Salzburg bestanden haben. Zwischen Teilen der beiden Fanszenen besteht eine Freundschaft.
Die Angreifer entzündeten dem Bericht zufolge Fackeln und Rauchkörper und zwangen den Zug zum Anhalten. Danach wurden Steine gegen die Waggons geworfen. Anhänger des Venezia FC stiegen aus, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Im Zug befanden sich auch Reisende, die mit dem Fußballspiel nichts zu tun hatten.
Acht Personen wurden damals festgenommen: Nach Angaben von La Repubblica handelte es sich um fünf österreichische Staatsbürger, einen in Österreich lebenden bosnischen Staatsbürger sowie zwei in Italien lebende Männer. Vorgeworfen wurden ihnen unter anderem die Blockade des Bahnverkehrs, schwere Rauferei, Widerstand gegen die Polizei sowie der Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen und Schlagwerkzeugen. Gegen die Beteiligten wurden zudem Stadionverbote verhängt.
Auf den Sieger wartet Atalanta
Wie auch Messaggero Veneto berichtet, betrachtet die Präfektur die erneute Begegnung wegen der Rivalität der beiden Fanszenen und des Angriffs von Basiliano als besonders sensibel. Und Sportlich? Der Sieger des Duells trifft im Achtelfinale der Coppa Italia auf Atalanta Bergamo. Auf den Rängen wird die Mannschaft aus Venedig diesmal weitgehend ohne Unterstützung aus ihrer Heimat auskommen müssen.
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