Alle Hände voll zu tun: Brucker LKH-Zubau bringt 200 neue Arbeitsplätze
Die Brucker Zuzugsmanagerin hilft Menschen in der Stadt Fuß zu fassen. Zuletzt haben sich rund 15 kolumbianische Familien etabliert. Mit dem Spitalsausbau kommt erneut viel Arbeit auf sie zu.
Flaute herrscht in Bruck keine. Besonders turbulent geht es aktuell am Spitalsgelände der Stadt zu. Mehrere Kräne, Baumaschinen und viele Arbeiter sind dort im Einsatz, um die Psychiatrie fertigzustellen. Eben wurde die Dachgleiche gefeiert, im Herbst 2027 soll der 52 Millionen teure Zubau eröffnet werden. Dann ist das LKH Bruck Anlaufstelle für 330.000 Obersteirer in Sachen mentaler Gesundheit.
Im Zuge dessen entstehen gerade 200 neue Arbeitsplätze im Spital, bei der Kages ist man längst auf Personalsuche. Aber auch die Stadt selbst bereitet sich vor. „Wir rechnen, dass sich rund ein Viertel davon hier in der Region ansiedelt, die Wohnungsgenossenschaften haben wir schon alle informiert“, erklärt Albana Cerkinaj, bei der die Fäden zusammenlaufen.
Sie ist „Zuzugsmanagerin“ der Stadt und hilft Menschen, die neu ankommen, Fuß zu fassen. Das reicht eben von der Wohnungssuche über die Kinderbetreuung bis hin zu Behördengängen. Viel Arbeit gibt‘s natürlich bei Personen, die aus anderen Kulturkreisen kommen.
„Vor ein paar Jahren gab es mehrere Pflegerinnen aus Kolumbien“, erklärt sie. Mitunter vermitteln Agenturen Fachpersonal aus entfernten Gegenden, wo ausgebildete Kräfte keine Arbeit finden. Während die Frauen Deutsch konnten und zuerst ins Land kamen, gab es für Familien die Möglichkeit einige Monate später nachzuziehen. „Wir bemühen uns sehr, dass diese Menschen dann auch in der Stadt sozial ankommen“, erklärt Cerkinaj.
Ganz wichtig sei, dass die Männer, die im konkreten Fall die Kinder- und Care-Arbeit machen, auch Deutsch lernen. „Zu diesem Zweck hatten wir eigene Sprachcafés, die künftig wiederbelebt werden“, sagt sie. Auch die Einbindung in Vereine sei aus ihrer Erfahrung ganz wichtig für die Integration. Wobei sie keine Sozialarbeiterin sei. „Ich helfe besonders in der Anfangsphase, dann sollen die Menschen hier schon auf eigenen Beinen stehen.“

Cerkinaj kümmert sich nämlich nicht nur um ausländische Zuzügler, auch sonst fallen alle Neuankömmlinge in ihren Zuständigkeitsbereich. Nicht zuletzt ist sie für die Bürgerbindung zuständig. Die jüngst durchgeführte Vereinsmesse war etwa eines ihrer Projekte. „Damit wollten wir auch zeigen, was die Stadt zu bieten hat, besonders Jugendliche stehen da ganz stark im Fokus“, betont sie.
Abwanderung lässt sich nicht stoppen
Man bemühe sich etwa mit Maturanten oder jenen, die die Stadt zum Studieren verlassen, in Kontakt zu bleiben. „Das geht viel leichter, wenn man hier einmal ins Vereinsleben eingebunden war“, sagt sie. Wobei sie sich keinen Illusionen hingibt: „Die generelle Abwanderung in der Obersteiermark werden wir nicht stoppen.“ Aber man wolle das Angebot in der Stadt für die Menschen so attraktiv wie möglich halten.
Monatlich werden auch Statistiken ausgewertet – wer hat Bruck wann und teils auch warum verlassen? Stellt man wo größere Schwankungen fest, werden sogar Umfragen gemacht, um der Sache auf den Grund zu gehen. Und man ist mit ähnlichen Stellen in Kapfenberg und Leoben sowie dem Regionalmanagement vernetzt. Denn: „Letztlich funktionieren wir als eine Region.“