Krawalle in Mannheim überschatten erste Runde im DFB-Pokal
Kaiserslautern setzte sich in unschönem Derby durch. Christian Ilzer, Adi Hütter und Maximilian Senft kamen weiter, Patrick Wimmer traf doppelt.
Die erste Runde im DFB-Pokal war gerade erst losgegangen, da gab es bereits den ersten handfesten Skandal in der noch jungen Saison im deutschen Fußball. Das Duell zwischen Waldhof Mannheim und Kaiserslautern sorgte bereits bei der Auslosung für Sorgenfalten bei den Behörden, groß ist die Rivalität der beiden Klubs. In den ersten 90 Minuten war das Spiel schon wegen Pyrotechnik des Öfteren unterbrochen, als Schiedsrichter Robert Schröder beim Stand 0:0 abpfiff und klar war, dass das Spiel in die Verlängerung gehen würde, eskalierte die Situation.

Während einer Rudelbildung nach Schlusspfiff waren zahlreiche Gegenstände von der Haupttribüne aufs Spielfeld und die Kaiserslautern-Fans geflogen. Die Gästefans reagierten, indem sie pyrotechnische Gegenstände gezielt auf die Haupttribüne abfeuerten. Daraufhin stürmten Mannheim-Fans aufs Spielfeld und wollten auf die andere Seite zum Gästeblock. Die Folge war ein massiver Polizeieinsatz samt Pferden und Hunden, die Exekutive sprach von 35 verletzten Beamten und 85 Personen, die medizinisch betreut werden mussten.

„Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball“, sagte Kaiserslauterns Geschäftsführer Thomas Hengen. Mannheims österreichischer Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich auch einen Abbruch vorstellen können: „Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Maß überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen.“ Dennoch schoben sich die Vereine gegenseitig die Schuld zu, Einsicht suchte man bei beiden Klubs großteils vergebens. Fußball gespielt wurde nach den Vorkommnissen übrigens auch noch: Durch ein Tor von Ibrahim Kanate in der 120. Minute gewann Kaiserslautern 1:0 und zog damit in die zweite Runde ein.
Dort kam Adi Hütter bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank von Eintracht Frankfurt mit wesentlich weniger Aufregung hin. Gegen den Fünftligisten St. Tönis gewann der Bundesligist 11:0, zur Pause hatten die Frankfurter, bei denen Jonathan Burkardt mit drei Toren bester Torschütze war, bereits zehn Tore erzielt. Auch Maximilian Senft zog mit Karlsruhe durch einen 2:1-Sieg gegen Preußen Münster in die zweite Runde ein. Christian Ilzer ist der dritte Coach aus Österreich, dem der Aufstieg gelang. Beim 4:0-Sieg gegen Erzgebirge Aue traf Patrick Wimmer bei seinem Debüt für den neuen Klub doppelt (6., 45.).

Generell war die erste Runde arm an Überraschungen. Augsburg gewann gegen Cottbus 2:0, Michael Gregoritsch lieferte den Assist zum 1:0 von Anton Kade in der 49. Minute. Auch Stuttgart (4:0 gegen Rostock), Bremen beim Debüt von Alexander Schlager (3:0 gegen Lüneburg), Leverkusen (4:0 gegen Wiesbaden) und Elversberg (3:1 gegen Duisburg) kamen souverän weiter.