Konkurs bei „Retterin des steirischen Eissports“ wirft viele Fragen auf
Nicht nur in Frohnleiten, auch in Bruck wollte die bulgarische Investorin Elitsa Polizoeva eine Eisfläche und sogar Kaderschmiede für Spieler errichten. Das Projekt sei nicht abgeschrieben, sagt sie.

Elitsa Polizoeva schien für manche Eishockeysportfans so etwas wie ein rettender Engel zu sein. Aus Kostengründen mussten jüngst mehrere Einrichtungen in der Region geschlossen werden, etwa die Eishalle in Frohnleiten oder auch das Eisstadion in Bruck. Die bulgarische Investorin ließ dort wie da Hoffnung aufkeimen, sich bei neuen Spielstätten zu engagieren.
Sie hat einerseits ein Herz für den Sport – ihr Bruder war Eishockey-Profi, der später auch in den USA lebte. Andererseits hat die technisch beschlagene Software-Ingenieurin auch ein Faible für energieeffiziente Eisflächen in Form (aufblasbarer) Traglufthallen bzw. Kuppeln.
Einen Tag nach dem Baubescheid: Konkurs
Eine solche war auch in Frohnleiten geplant. Die Baugenehmigung für die 2500 Quadratmeter große Fläche war vor gut einer Woche erteilt worden, als es nur einen Tag später hieß: Polizoeva ist mit ihrer IFF Immobilienbesitz GmbH als mögliche Bauherrin in Konkurs.
Seither gibt es viele offene Fragen, nicht zuletzt in Bruck an der Mur, wo die Pläne zwar längst nicht so weit gediehen waren, allerdings auch Gespräche über eine neue Eisfläche samt einer Schule für Eishockeyspieler liefen.
Polizoeva ist selbst etwas zwiegespalten: „Bruck ist keinesfalls abgeschrieben“, unterstreicht sie im aktuellen Gespräch mehrmals. Sie erwähnt dabei auch, dass sie sich bereits eine aufgelassene Schule in der Stadt als Ausbildungsquartier für Eishockeyspieler angesehen habe. Es laufe außerdem eine Studie, wie man das Projekt aufziehen könne.
„Ich bin nicht insolvent“
Allerdings betont sie auch, dass sie sich jetzt in erster Linie um den Konkurs kümmern müsse. Wobei ihr nicht das Geld ausgegangen sei. „Ich bin nicht insolvent“, sagt sie wörtlich. Sie habe vergessen, ÖGK-Beiträge in äußerst überschaubarer Höhe einzuzahlen. Dann sei von dort der Antrag auf Insolvenz gestellt worden. „Am kommenden Montag habe ich einen Termin für den Sanierungsplan mit dem Masseverwalter.“
Keine Bauprojekte mit aktueller Gesellschaft
Der habe ihr gesagt, dass sie mit der von der Insolvenz betroffenen Firma keine Bauprojekte durchführen könne. Er werde, da er im Baugeschäft nicht versiert sei, dem nicht zustimmen. „Wenn ich diese Projekte umsetzen möchte, dann mit einer neuen Gesellschaft“, erklärt sie. Durch die Insolvenz hängt auch ein bereits genehmigter Kredit in der Warteschleife.
Bruck stehe zwar nach wie vor auf der Liste, vorrangig sei aber ihr bestehendes Engagement bei der St. Peter-Sportschule in Graz, die sie auch finanziell unterstützt.
Man wartet gespannt
Bei der Stadt Bruck verfolgt man die Vorgänge rund um die Investorin mit großem Interesse: Einerseits hätten sich die Spielerinnen und Spieler der Eishockeyvereine, die „Black Eagles“ und „Ice Pirates“, gefreut, wenn es eine Trainingsmöglichkeit im nahen Frohnleiten gegeben hätte. Andererseits hofft man, dass vielleicht doch auch etwas in Bruck entstehen könnte.
Ein Sprecher der Stadtgemeinde verweist darauf, dass es vor einiger Zeit einen Termin samt namhafter Architektin bei Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger gegeben habe. „Die Stimmung war sehr positiv, ein konkretes Konzept ist uns dann aber nicht mehr vorgelegt worden.“

