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Zwei Tunnel behördlich gesperrt, Erzbergbahn droht das Aus

Seit dieser Woche darf der Verein Erzbergbahn seine Museumsbahn, laut Behörde, nur noch von Vordernberg bis zum Bahnhof Präbichl betreiben. Die Adaptierung behördlich gesperrter Tunnel ist nicht finanzierbar.

Die Erzbergbahn ist eine beliebte Attraktion der Region Erzberg Leoben
© Erzbergbahn
Die Erzbergbahn ist eine beliebte Attraktion der Region Erzberg Leoben
Johanna Birnbaum
Redakteurin Regionalredaktion Leoben

Der Schock sitzt tief bei den ehrenamtlich agierenden Mitgliedern des Vereins Erzbergbahn. Der Grund ist ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Leoben, das Anfang dieser Woche die Welt der Bahnenthusiasten aus der Bahn warf. Inhalt des Schreibens war ein frisch erlassener Bescheid, dass die beiden Tunnelabschnitte „Präbichltunnel“ und „Plattentunnel“ ab sofort für Publikumsfahrten verboten sind.

Das bedeutet, dass die Fahrten zwischen den Bahnhöfen Präbichl und Erzberg nicht mehr möglich sind. Begründet wird die sofortige Maßnahme mit veranstaltungs- und sicherheitstechnischen Auflagen und Vorgaben hinsichtlich Fluchtwegen, Notbeleuchtung und technischem Brandschutz. „Im Gegensatz zu einem modernen Veranstaltungsgebäude oder einer freien Fläche kann das in Eisenbahntunnelanlagen aus dem Jahre 1891 nicht eingehalten werden“, verzweifeln Vereinsmitglieder.

Wirtschaftliche Katastrophe

Eine wirtschaftliche Katastrophe für den Verein, der mit viel Engagement diese touristische Attraktion seit mehr als 35 Jahren betreibt. „Der Erlös der Publikumsfahrten ermöglicht die Erhaltung und Pflege dieses Industriedenkmals und Kulturgutes. Mit den aktuellen behördlichen Auflagen ergibt sich für uns eine äußerst prekäre Situation, die auch die Weiterführung des touristischen Angebotes und die Finanzierung in Frage stellt“, wird betont.

Obmann Joachim Lanner
© KLZ / Johanna Birnbaum
Obmann Joachim Lanner

Grundsätzlich unterliegen die beliebten Publikumsfahrten seit Beginn des Museumsbahnbetriebes im Jahr 1990 wie „Bier auf Schiene“, „Weingenuss“ oder die „Herbstfahrt mit anschließender Haulyfahrt am Erzberg“ dem steirischen Veranstaltungsgesetz. „Wir müssen alle drei Jahre bei der für den Verein zuständigen Behörde, also der BH Leoben, um eine veranstaltungsrechtliche Genehmigung ansuchen. Zuletzt 2023, wo wir alle Unterlagen, Vor-Ort-Besichtigungen und Besprechungen unter Auflagen erfüllt haben. Bis Ende 2026 wäre die Genehmigung noch gültig gewesen“, erklärt Schriftführer Markus Wurzer.

Hoffnung auf politische Hilfe

Natürlich stehe die Sicherheit der Fahrgäste im Vordergrund und „der Wunsch der Behörde nach mehr Sicherheit“ sei auf jeden Fall zu begrüßen. „Wir haben aber bei keiner unserer vergangenen Fahrten in irgendeiner Art und Weise fahrlässig oder sicherheitswidrig gehandelt“, erklärt Obmann Joachim Lanner.

Er und seine Kolleginnen und Kollegen appellieren nun auch an die politischen Entscheidungsträger, „sich dieser Angelegenheit anzunehmen und gemeinsam mit den zuständigen Behörden eine rechtssichere, praktikable und verhältnismäßige Lösung für den weiteren Betrieb der Erzbergbahn zu ermöglichen. Wir sind natürlich auch mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen im Austausch, um eine Lösung zu finden“, betonen Lanner und Wurzer.

Änderungen bei Fahrten und Spendenkonto

Mit der Beschränkung des Museumsbahnbetriebes entgingen dem Verein Einnahmen in Höhe eines mittleren fünfstelligen Eurobeträgen, wie betont wird. „Wir hoffen, dass wir Spenden bekommen, um von unserer Seite Adaptierungsmaßnahmen setzen zu können“, wird betont.

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