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Kassenzahnärzte, die nicht ordinieren, sorgen in Liezen für Unmut

Planstellen wurden im Umfeld des steirischen Zahnärztekammerpräsidenten vergeben, bislang wurde jedoch keine Ordination eröffnet. Präsident macht fehlenden Rahmenvertrag für Gruppenpraxen verantwortlich.

Kassenzahnärzte ohne Ordination sorgen in der Bezirkshauptstadt angesichts langer Wartezeiten auf einen Termin für Verärgerung (Symbolbild)
© APA/Georg Hochmuth
Kassenzahnärzte ohne Ordination sorgen in der Bezirkshauptstadt angesichts langer Wartezeiten auf einen Termin für Verärgerung (Symbolbild)
Benedikt Karl
Redakteur Regionalredaktion Liezen

Da es in Liezen aktuell nur zwei zahnärztliche Kassenpraxen gebe, warte man mittlerweile bis zu ein Jahr auf einen Termin, klagte ein Leser der Kleinen Zeitung. Und kritisiert, dass das nicht sein müsste, seien in der Bezirkshauptstadt doch bereits vor längerer Zeit zwei weitere Planstellen an Mediziner vergeben worden, die jedoch bislang keine Ordination eröffnet hätten.

Die Stellen würden so – „weil auf dem Papier ja besetzt“ – für andere Interessenten blockiert. Dass es sich bei den beiden zum Zug Gekommenen um Personen aus dem nahen Umfeld des steirischen Landeszahnärztekammerpräsidenten Erwin Bernklau aus Aigen im Ennstal handle, verleihe dem Ganzen außerdem einen „faden Beigeschmack“.

Erwin Bernklau aus Aigen im Ennstal ist Präsident der Landeszahnärztekammer Steiermark
© Anna Stockhammer
Erwin Bernklau aus Aigen im Ennstal ist Präsident der Landeszahnärztekammer Steiermark

ÖGK bestätigt Vergabe

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bestätigte auf Anfrage, dass zwei weitere Kassenstellen bereits vergeben worden seien. Jedoch hätten die beiden Zahnärzte „bisher noch keine Ordination eröffnen können, da sich die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten schwierig gestaltet“.

Die Vergabe von Kassenstellen, betont man überdies, erfolge nach einem klar geregelten und für alle Bewerberinnen und Bewerber gleichen Auswahl- und Reihungsverfahren. „Persönliche oder familiäre Beziehungen spielen dabei keine Rolle und können dieses Verfahren nicht beeinflussen.“

Rechtliche Basis fehlt

Kammerpräsident Bernklau bestätigt nicht nur die Vergabe der beiden Kassenstellen, sondern auch, dass diese in seinem – zum Teil engsten – Umfeld erfolgt sind. Eine Stelle sei an einen seiner Söhne, die andere an einen Zahnmediziner, der aktuell im Mürztal tätig ist, gegangen. In der Bezirkshauptstadt sei, wie im neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit vorgesehen, die Eröffnung einer Gruppenpraxis geplant.

Für die Verzögerung bei diesem Vorhaben sei jedoch nicht die schwierige Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, sondern das Fehlen eines Rahmenvertrags für Gruppenpraxen zwischen der Zahnärztekammer und der Sozialversicherung verantwortlich. Aktuell werde über dieses rechtliche Fundament, das wesentliche Punkte wie die Abrechnung regelt, noch verhandelt.

In der Arkade steht man Gewehr bei Fuß für den Umbau
© KLZ / Benedikt Karl
In der Arkade steht man Gewehr bei Fuß für den Umbau

Räumlichkeiten bereits gefunden

Hinsichtlich der Räumlichkeiten ist tatsächlich bereits eine Lösung gefunden. Sie habe den Ärzten schon vor geraumer Zeit zum „Stadthaus Arkade“ geraten, so Bürgermeisterin Andrea Heinrich, wo diese ihres Wissens nach auch fündig geworden seien. Centerleiter Christian Enhuber bestätigt: „Es gibt bereits eine fertige Planung, wir warten nur darauf, dass wir mit dem Umbau starten können.“