Sechs Terroranschläge wurden in Österreich 2025 vereitelt
Österreich liegt bei der Zahl der versuchten und durchgeführten Terrorattentate hinter Frankreich auf Platz zwei in Europa.

Im Vorjahr sind in Österreich sechs terroristische Anschläge verhindert worden. Das sagte die Leiterin der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), Sylvia Mayer, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag an der Seite von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und dem für die DSN zuständigen Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ). Doch woher kommt die Zahl von sechs verhinderten Anschlägen im Jahr 2025?
Auf Nachfrage wird auf den Jahresbericht von Europol zur terroristischen Bedrohung in Europa verwiesen. In diesem werden für Österreich sieben islamistische Anschlagsversuche ausgewiesen, einer davon konnte nicht unterbunden werden. Dabei handelt es sich um das Attentat in Villach, als im Februar 2025 ein mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilter islamistischer Täter einen 14-jährigen Schüler erstochen und fünf weitere Menschen teils lebensgefährlich verletzt hat.
Ein verhinderter Anschlag öffentlich bekannt
Welche Art die anderen sechs anderen Anschläge waren, die beim Versuch blieben, geht aus dem Bericht nicht hervor. Dies wird auch von der DSN nicht veröffentlicht. Bekannt ist nur der knapp vereitelte Anschlag auf den Wiener Hauptbahnhof durch einen damals 14-Jährigen. (Ebenfalls mittlerweile verurteilt). Die Pläne eines Islamisten aus Niederösterreich, ein Attentat auf das Konzert von Taylor Swift in Wien zu verüben, sowie Terrorabsichten eines 22-jährigen Afghanen aus Salzburg, fallen noch in das Jahr 2024.
Österreich nimmt in der Aufstellung von Europol hinter Frankreich Platz zwei ein (zwei durchgeführte, acht versuchte Anschläge). Dies bezieht sich aber nur auf den jihadistischen Terror. Die Behörde listet eigens auch rechtsextreme Terroranschläge auf (vier in Frankreich, einer in Irland), linksextreme (elf in Italien, einer in Griechenland) sowie unspezifische Terrorakte (insgesamt vier in Europa, keiner in Österreich).
Zahl der Gefährder steigt rasant
Die Daten werden von den nationalen Behörden an Europol gemeldet. Dabei gibt es keine einheitlichen Kriterien, ab wann entdeckte Anschlagsabsichten auch als konkrete Anschlagsversuche zu werten sind. Deutschland hat etwa vier durchgeführte jihadistische Attentate gemeldet, aber keinen einzigen verhinderten Anschlag.
Dass jedoch die islamistische Bedrohung hierzulande deutlich erhöht ist, lässt sich auch aus den Zahlen der Festnahmen wegen Terrorverdachts ablesen. In Österreich gab es 2025 laut Europol 40 Festnahmen und damit doppelt so viele wie in Deutschland und nur um 24 weniger als im viel größeren Frankreich.
Laut DSN haben sich die islamistischen Straftaten in den vergangenen Jahren auch potenziert. Die Zahl der Hochrisikogefährder bewege sich in einem niedrigen dreistelligen Bereich, 2022 sei es eine mittlere zweistellige Zahl gewesen. Die (potenziellen) Täter werden immer jünger, sie finden und radikalisieren sich oftmals online, etwa bei Gaming-Plattformen und über Messenger-Dienste. Mayer sprach von „postideologischen Radikalisierungsverläufen“. Im Zentrum stehen das Interesse und die Faszination an Gewalt, nicht der religiöse (oder politische) Hintergrund.
