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Pollen-Expertin: „Wir müssen in Kärnten sofort aktiv werden“

Die Ambrosia breitet sich in Kärnten immer weiter aus. Laut Expertin müssen Bestände gemäht werden, um Allergien zu verhindern.

Ein Kind niest in einem Feld voller Ambrosiapflanzen
© Elizaveta Galitckaia/ Stock.Adobe
Ambrosiapflanzen können Allergiker unangenehm beschäftigen
Lukas Moser
Kärnten Ressort

Der Name klingt schon fast majestätisch, optisch sind sie eigentlich auch ganz hübsch – doch sie bringen Probleme mit sich: Die Rede ist von den Ambrosiapflanzen (auch Ragweed oder Traubenkraut genannt), die sich immer stärker auch in Kärnten ausbreiten. „Sie stehen derzeit unmittelbar vor der Blüte oder haben bereits zu blühen begonnen“, erklärt Susanne Aigner vom Pollenwarndienst Kärnten.

Ambrosia breitet sich in Kärnten aus

Die Ambrosia ist mittlerweile vor allem im Kärntner Zentralraum weit verbreitet. In unmittelbarer Umgebung größerer Bestände können bereits hohe Pollenkonzentrationen auftreten. Das Problem: Schon sehr geringe Mengen können Allergien auslösen. Die Pollen verfügen zudem über kleine Widerhaken und können sich besonders gut – etwa an Kleidung – festsetzen. Der Pollenwarndienst appelliert deshalb an Bund, Land, Gemeinden und private Grundeigentümer, die Bestände gemeinsam zu bekämpfen: „Wir müssen sofort aktiv werden, spätestens jetzt muss man sie unbedingt mähen“, sagt Aigner.

Spätestens jetzt muss man die Ambrosiapflanzen unbedingt mähen.

— Susanne Aigner, Mitarbeiterin beim Pollenwarndienst Kärnten

Besonders häufig wächst sie an vom Menschen beeinflussten Standorten: an Straßen- und Wegböschungen, auf Brachflächen sowie in bestimmten landwirtschaftlichen Kulturen, etwa auf Kürbisfeldern. Während ihre Pollen über Höhenströmungen Hunderte Kilometer weit transportiert werden können, gelangen die Samen vor allem entlang der Verkehrswege weiter. Autoreifen und Fahrtwind tragen zur Ausbreitung bei. Straßen seien daher seit jeher wichtige Verbreitungsachsen für neu zugewanderte Pflanzenarten, erklärt Aigner.

Appell der Expertin

Gefordert seien grundsätzlich alle Grundeigentümer sowie Straßen- und Autobahnbetreiber. Entlang der aus Italien kommenden Autobahn habe es etwa ausgedehnte Bestände gegeben, dort sei durch das Mähen mittlerweile eine Entspannung eingetreten. Eine einmalige Aktion reicht allerdings nicht aus, die einjährige Pflanze keimt jedes Jahr neu. Umso wichtiger sei es, die Bestände rechtzeitig abzumähen und damit zu verhindern, dass immer mehr Samenmaterial in den Boden gelangt. Ist die Erde bereits mit Samen belastet, kann sich die Pflanze weiter ausbreiten.

Gefundene Ambrosiabestände können im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts beim österreichischen Pollenwarndienst eingetragen werden. Entscheidend sei, dass Behörden, Straßenbetreiber und Private gemeinsam handeln. „Wir müssen alle zusammenhalten und die Ambrosia gemeinsam bekämpfen“, appelliert Aigner.

Denn die Pflanze verlängert für viele Betroffene die Leidenszeit. Nach der Gräserblüte hoffen Allergiker häufig bereits auf ein Ende der Beschwerden – dann beginnt die Ambrosia zu blühen. Besonders problematisch können Bestände im Umfeld von Kindergärten und Schulen sein: Eine Allergie entsteht nach wiederholtem Kontakt mit einem Allergen. Werden Kinder früh Ambrosiapollen ausgesetzt, können sich entsprechende Allergien leichter entwickeln.

Pollenallergiker aufgepasst

Die meisten Ambrosiapflanzen stünden bereits in den Startlöchern zur Blüte oder seien schon aufgeblüht. Die Belastung durch Ambrosiapollen dürfte daher in den kommenden Tagen weiter zunehmen. Besonders stark ist der Pollenflug meist am frühen Vormittag.

Für Pollenallergiker ist die Saison aber generell noch lange nicht vorbei. Während Gräserpollen mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, erreicht der Pollenflug des Beifußes derzeit seinen Höhepunkt. Neben Ambrosia und Beifuß sorgen derzeit auch Pollen von Gänsefuß- und Amaranthgewächsen für hohe Belastungen. Vereinzelt können zudem Brennnessel sowie Breit- und Spitzwegerich Beschwerden verursachen.