Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

815 Hektar Wald in Friaul verbrannt

Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte in Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien gegen Waldbrände. Zwar hat sich die Lage inzwischen etwas verbessert, doch zahlreiche Brandherde werden weiterhin überwacht. Besonders rund um den Monte Amariana in der Provinz Udine bleibt die Situation angespannt. Seit dem ersten größeren Ausbruch am 7. August hält die Waldbrandserie die Region in Atem. Die schweren Waldbrände haben 815 Hektar Wald und Hochwiesen vernichtet.

Löschflugzeuge flogen Weißensee an
© APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Löschflugzeuge flogen Weißensee an

Auch wenn die besonders kritische Phase nach Einschätzung der Behörden inzwischen weitgehend überwunden ist, gibt es noch keinen Grund zur Entwarnung. Nach dem aktuellen Lagebericht der Zivilschutzbehörde werden mehrere Brandstellen weiterhin vom regionalen Forstdienst kontrolliert. Betroffen sind unter anderem der Monte Nero bei Tarvis. Auch am Monte Palavierte im Gemeindegebiet von Tolmezzo bleibt ein Brandherd aktiv. Am Monte Amariana bei Amaro ist die Situation dagegen inzwischen unter Kontrolle.

Trotz der verbesserten Situation bleiben Verkehrsmaßnahmen in Kraft. Die Regionalstraße UD 125 "del Sasso Tagliato" zwischen Tolmezzo und Amaro ist weiterhin gesperrt. Der Verkehr wird über die Staatsstraße SS 52 "Carnica" umgeleitet. Auch eine Gemeindestraße bei Amaro bleibt geschlossen. Eine entscheidende Rolle könnte nun das Wetter spielen. Bis Freitag werden in der Region weitere Gewitter und Niederschläge erwartet. Die Behörden hoffen darauf, dass die angekündigten Regenfälle dazu beitragen, die letzten Brandherde endgültig zu löschen.

Nach Abstimmung mit den Behörden in Friaul-Julisch Venetien teilte der Kärntner Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) mit, dass die friaulische Feuerwehr kein Löschwasser aus dem Weißensee benötige. "Der teilweise Dreiländer-Hilfseinsatz ist im Moment ausgesetzt", so Fellner in einer Presseaussendung am Donnerstag. "Der grenzüberschreitende Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft in den vergangenen Tagen haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Nachbarschaft in Krisenzeiten ist. Dass zurzeit keine Wasserentnahmen mehr nötig sind, ist eine positive Nachricht", erklärte Fellner.

Insgesamt wurde bisher an sieben Tagen Löschwasser aus dem Weißensee entnommen, im Schnitt waren täglich 18 Personen (BH Spittal, Gemeinde Weißensee, Feuerwehr, Polizei, Wasserrettung, Österreichische Bundesforste und Katastrophenschutz des Landes Kärnten) im Einsatz. Geflogen wurde 45 Mal, 39 Mal war die italienische Canadair im Einsatz, sechs Mal der Air Tractor, auch Slowenien beteiligte sich an den Hilfseinsätzen. Für diesen siebentägigen Löschwassereinsatz wurden rund 252.000 Liter Wasser aus dem Weißensee entnommen. Dadurch habe sich der Seewasserspiegel um 0,039 Millimeter vermindert. Dies liege deutlich unter dem Wasservolumen, das an einem durchschnittlichen Sommertag am Weißensee verdunstet, gab die Abteilung Wasserwirtschaft bekannt.

Die Löschwassermenge wurde für die größten Brände Friauls in den Gebieten Tolmezzo und Amaro mit dem Monte Amariana und dem Cuel Feltron benötigt, teilte Florian Steiner vom KAT-Bereitschaftsdienst mit. Das Feuer hat rund 815 Hektar zerstört. Auf italienischer Seite waren für die Brandbekämpfung und Überwachung der Glutnester bis dato rund 700 Personen mit 300 Fahrzeugen im Einsatz. Rund 360 Flugstunden waren die Löschflugzeuge unterwegs. Von 18. Juni bis 13. Juli gab es 17 Brandherde zu bekämpfen, vier Wochen später, von 14. Juli bis 14. August hat sich die Zahl der Brandherde mit 35 mehr als verdoppelt.

Die Lage werde von den Kärntner Behörden in Abstimmung mit den italienischen Partnern weiterhin laufend beobachtet. Sollte sich die Situation in Friaul wieder verschärfen und neuerliche Unterstützungsmaßnahmen am Weißensee notwendig werden, sind die Kärntner Einsatzstrukturen jederzeit handlungsbereit, so Fellner weiter.