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Netanyahu "warnt" Türkei vor Militärpräsenz in Syrien

Israels Angriff auf einen verlassenen Militärflughafen in Syrien war nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu eine "deutliche Warnung" an die Türkei. "Wir werden eine sich nach Süden ausbreitende türkische Militärpräsenz nicht tolerieren, da dies eine Bedrohung für uns darstellt", erklärte Netanyahu in einem Podcast des Armeesenders. Er bestätigte damit indirekt einen israelischen Angriff im Nachbarland vom Vortag.

Netanyahu will türkische Militärpräsenz in Syrien eindämmen
© APA/AFP/POOL
Netanyahu will türkische Militärpräsenz in Syrien eindämmen

Weiter sagte Netanyahu, Israel habe zunächst "in allgemeiner Form" eine Warnung gegen eine türkische Militärpräsenz auf einem Flugplatz nahe Aleppo, das unweit der türkischen Grenze liegt, ausgesprochen. "Anscheinend haben sie diese Botschaft nicht gehört, also haben wir dafür gesorgt, dass sie sie deutlicher verstehen", sagte er.

Israels Armee hatte am Dienstag einen verlassenen Militärflughafen im Nordwesten Syriens bombardiert. Getötet wurde bei dem Angriff auf den Flughafen Abu Duhur in der Provinz Idlib syrischen Angaben zufolge niemand.

Netanyahus Büro hatte den Angriff zwar nicht offiziell bestätigt. Es erklärte aber, dass türkische Streitkräfte den Stützpunkt kürzlich besichtigt hätten. Es warnte, dass Israel eine "Bedrohung" durch eine türkische Präsenz nicht dulden werde. Israel habe Syrien "wiederholt vor einem türkischen Militäreinsatz gewarnt", erklärte Netanyahus Büro. Ein solcher Einsatz würde "eine Bedrohung für die Sicherheit Israels darstellen". Damaskus habe sich jedoch "entschieden, diese Warnungen zu ignorieren".

Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, der auch der US-Sondergesandte für Syrien ist, machte Israel für den Angriff verantwortlich und verurteilte ihn. Die syrische Übergangsregierung verurteilte den Angriff ebenfalls und sprach von einem "ungerechtfertigten Akt der Aggression". Die Türkei wies die Vorwürfe zurück und bestritt, Pläne für einen Truppeneinsatz in Syrien zu haben.

Der betroffene Militärflughafen ist seit 2012 außer Betrieb und wird derzeit von Einheiten des Verteidigungsministeriums bewacht, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen in Syrien erfuhr. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte kurz vor dem Angriff eine türkische Militärdelegation den Flughafen besucht.