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Realität statt Utopie: „The Line“ wird zum KI-Rechenzentrum

Saudi-Arabien richtet das gigantische Megaprojekt „The Line“ nach massiven Kostenüberschreitungen und Bauverzögerungen neu aus. Statt einer vollständigen Wohnstadt für Millionen Menschen liegt der Schwerpunkt nun vorrangig auf KI-Rechenzentren und digitaler Infrastruktur.

Kronprinz Mohammed bin Salmans Utopie „The Line“ wurde von der Realität eingeholt
© AFP PHOTO / NEOM
Kronprinz Mohammed bin Salmans Utopie „The Line“ wurde von der Realität eingeholt

Das NEOM-Projekt in Saudi-Arabien wurde einst als eine der ehrgeizigsten Stadtentwicklungsvisionen der modernen Geschichte präsentiert. Im Mittelpunkt des rund 1 Billion Dollar teuren Vorhabens stand „The Line“, eine lineare Stadt, die Millionen von Einwohnern innerhalb zweier spiegelnder Wolkenkratzerwände beherbergen sollte, die sich quer durch die Wüste erstrecken. Das Konzept versprach eine autofreie, CO₂-neutrale Stadt, die mit erneuerbaren Energien und fortschrittlichen Technologien versorgt wird.

Jüngsten Berichten zufolge wird die ursprüngliche Vision jedoch erheblich zurückgefahren. Das Projekt könnte sich in Richtung eines anderen strategischen Schwerpunkts entwickeln: digitale Infrastruktur, künstliche Intelligenz und groß angelegte Rechenzentren.

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Das NEOM-Hauptprojekt, der 170 Kilometer lange, horizontal verlaufende Wolkenkratzer namens „The Line“, wurde praktisch aufgegeben, da viele Arbeiter die Baustelle im Laufe des vergangenen Jahres verlassen haben, berichten „The Times“. Allein für „The Line“ waren Kosten in Höhe von etwa 1 Billion US-Dollar veranschlagt worden, wobei die Hälfte der Finanzierung aus dem privaten Sektor und durch ausländische Investitionen stammen sollte.

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Der Staatsinvestitionsfonds unter dem Vorsitz von Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Aufgabe, ehrgeizige Reformen voranzutreiben, die darauf abzielen, die Wirtschaft des Landes zu diversifizieren.
Der Staatsinvestitionsfonds unter dem Vorsitz von Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Aufgabe, ehrgeizige Reformen voranzutreiben, die darauf abzielen, die Wirtschaft des Landes zu diversifizieren. © AFP PHOTO / NEOM

Saudi-Arabien hatte Schwierigkeiten, die erhofften ausländischen Investitionen anzuziehen, da Zweifel an der Machbarkeit des Projekts und dessen Management unter dem ehemaligen Geschäftsführer Nadhmi Al-Nasr aufkamen. Al-Nasr wurde schließlich 2024 entlassen, nachdem Kronprinz Mohammed bin Salman von der teuren, aber glanzlosen Eröffnung von Sindalah – einem Insel-Yachtresort, das Teil von Neom ist – unbeeindruckt geblieben war. Sein Nachfolger Aiman Al-Mudaifer hat seitdem gegen übermäßige Ausgaben durchgegriffen.

Im Jahresbericht des Public Investment Fund (PIF) ist nun von „Rentabilität“ zu lesen. Statt auf eine utopische Stadt setzt man nun auf „kommerzielle Nachhaltigkeit und die Entwicklung von Prioritätssektoren einschließlich Künstlicher Intelligenz, Logistik und sauberer Energie“, heißt es in dem Finanzbericht des Staatsinvestitionsfonds des Königreichs.

Saudi-Arabien hat sich auch von der Ausrichtung der Asiatischen Winterspiele 2029 zurückgezogen, die in einem noch nicht fertiggestellten Bergresort in NEOM mit Kunstschnee stattfinden hätten sollen.

Die wichtigsten Teilprojekte von NEOM