Eissalons in Leoben: „Wenn es zu heiß ist, ist das kein Eiswetter mehr“
Die Kleine Zeitung hat sich in den Eissalons in der Stadt Leoben umgehört, welche Sorten heuer besonders beliebt sind und was die Hitzewelle zum Eiskonsum beigetragen hat.

Je wärmer das Wetter ist, desto mehr Eis essen die Menschen. Diese Annahme mag logisch erscheinen, ist Eiscreme doch eine der beliebtesten Süßspeisen in der heißen Jahreszeit. Eismacher Federico Bortolot, der die Leobener Bevölkerung in seinem Geschäft „Il Gelato“ nahe des Schwammerlturms seit 27 Jahren mit vielfältigen Eissorten verwöhnt, kann diese Annahme jedoch entkräften.
„Bei über 30 Grad ist die Stadt leer und jeder will nur zuhause sein“, sagt der Eismacher aus Leidenschaft. „Ich beobachte es bei mir selber. Ich gehe erst gegen Mitternacht spazieren, wenn es draußen ein bisschen angenehmer ist“, erklärt er. „Wenn es zu heiß ist, ist das kein Eiswetter mehr“, führt Bortolot aus. Die Hitzewelle führte also – zumindest bei Bortolot – zu keinem größeren Ansturm auf seinen Eissalon.

Frühling und Herbst sind wichtiger
Das bedeutet aber nicht, dass die Saison schlecht gelaufen ist. Ganz im Gegenteil: „Der Frühling war sehr, sehr gut, weil es schon so früh warm war. Der Frühling ist im Eissektor besser als der Sommer.“ Und auch im Herbst konnte die Saison bereits in den vergangenen Jahren oft verlängert werden, wenn das Wetter mild bleibt. Normalerweise ist für Bortolot mit dem Gösser Kirtag im Oktober Schluss, er ist jedoch guter Dinge, dass er auch heuer wieder länger offen bleiben kann.
Die beliebten und außergewöhnlichen Eissorten dieser Saison waren für Bortolot Apfelstrudel, Schoko-Amarena, Drachenfrucht und Pekannuss. Besonders Letzteres beschreibt der Eismacher als geglückten Versuch, das klassische Nusseis in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln. „Das Eis schmeckt nussig, nach Honig. Es schmeckt mir besser als die Pekannuss an sich.“
Schlumpfeis und Leobener Schokokuchen
Im Bellaggio im LCS Leoben gibt es die allseits beliebten Klassiker: „Alles mit Joghurt und Topfen geht gut, bei Kindern ist der Favorit immer wieder das Schlumpfeis. Der Leobener Schokokuchen ist sowieso der Renner bei uns und ‚Pino Pinguino‘ mit der Milchgrundmasse und der harten Schokodecke ist die unangefochtene Nummer eins“, sagt Managerin Tanja Oswald. Es gebe mittlerweile aber schon so viele unterschiedliche Sorten, sodass es immer schwieriger werde, die Lieblingssorten zu bestimmen.
Jeden Tag gibt es 40 bis 45 verschiedene Sorten im Angebot, die Saison sei sehr gut verlaufen. Einen Einfluss auf den Eiskonsum durch die Hitzewelle kann Oswald jedoch nicht beobachten.
Neuer Eismacher
Neu in Leoben ist außerdem Oberdan De Lorenzi-Canceller mit seinem Eiscafé Veneto (vormals Eiscafé Cortina). Seit Mitte Juli bietet der gebürtige Italiener jeden Tag 24 frische Eissorten in seiner Vitrine an. Egal, ob Amarena, Stracciatella, Mango, Erdbeere oder Schokolade, „alle Sorten gehen gut“, sagt der Eismacher. Für De Lorenzi-Canceller ist es der vierte Eissalon, den er eröffnet, zwei weitere Eisdielen betreibt er in Deutschland und eine in Braunau. Nach 25 Jahren in Deutschland lebt er nun in Leoben. Sein Angebot werde von den Leobenerinnen und Leobenern bisher gut angenommen, wie er betont: „Es läuft gut. Jeden Tag läuft es ein bisschen besser“, so De Lorenzi-Canceller.
