Vom Mittagstisch zum Messgerät für bessere Krebstherapie
Der Physiker Jan Enenkel entwickelt gemeinsam mit einem Forschungsteam ein Messgerät, das in Zukunft bessere Krebstherapien ermöglichen soll.

„Als Kind habe ich immer schon gern gebastelt“, sagt der 42-jährige Physiker Jan Enenkel. Sein Interesse für physikalische Experimente entstand schon früh. Momentan entwickelt er als Leiter eines Forschungsteams der Universität Graz ein Messgerät, das mithilfe von Lasertechnologie einzelne Tumorzellen untersuchen kann. Es handelt sich dabei um eine neue Methode, die den Forschenden Hoffnung macht: In Zukunft sollte es möglich sein, Krebserkrankten eine bessere Krebstherapie anzubieten. Enenkel beschreibt es so: „Wie funktioniert ein Tumor im Körper auf molekularer Basis der jeweiligen Person, und wie können wir Messungen entwickeln, die Therapieentscheidungen unterstützen?“
Von 61 Bewerbern auf Platz eins durchgesetzt
Momentan schließt der Physiker sein Doktorat ab. Die Idee zur Entwicklung dieses Geräts entstand im Austausch mit Kollegen der Molekularbiologie. „Beim Mittagessen kommen die Leute zusammen“, sagt Enenkel. „Wir haben Ideen ausgetauscht und haben uns gedacht: Wow, das könnte wirklich klappen!“ Schließlich haben sie ein Konzept erarbeitet und bei der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) eingereicht. Das Forschungsteam hat sich schließlich von 61 Bewerbern unter die Top 8 österreichweit durchgesetzt und gewonnen. Mit der Förderung von einer halben Million Euro können schließlich das Gerät entwickelt und das Forschungsteam fair entlohnt werden.
Auszeit beim Bogenschießen
Wie es sich anfühlt, bei der Entwicklung so einer medizinisch revolutionären Idee beteiligt zu sein? „Manchmal sitzt man im Labor und denkt sich: So hat das eigentlich bisher noch niemand untersucht. Es ist ein Gefühl der Ehrfurcht.“ Abseits der Laborarbeit findet der in Gratkorn lebende Physiker Entspannung beim Bogenschießen und bei Waldspaziergängen. „Ich setze mich dann gern an eine Lichtung und chille einfach mal vor mich hin.“