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Steirer soll heute zur Bluttat an seiner Tochter befragt werden

Das Motiv hinter der Tragödie von Kumberg ist weiterhin rätselhaft. Ob der 37-jährige Vater der Achtjährigen den Ermittlern seine Beweggründe für die Tat schildert, bleibt offen.

In dem Haus lebten zwei Brüder mit ihren Familien
© APA / Erwin Scheriau
In dem Haus lebten zwei Brüder mit ihren Familien
Wilfried Rombold
Redakteur Steiermark-Ressort

Die Frage nach dem Warum beschäftigt nicht nur die Menschen in Kumberg, wo Montagnacht ein 37-jähriger Familienvater seine achtjährige Tochter mit einem Küchenmesser tödlich verletzt hat. Auch die Ermittler der Mordgruppe im Landeskriminalamt Steiermark möchten dem Motiv hinter der entsetzlichen Bluttat so rasch wie möglich auf die Spur kommen. Im Laufe des Mittwochs soll der Steirer mit dem vorläufigen Obduktionsergebnis konfrontiert und erstmals näher zu den Umständen der Tat befragt werden. In weiterer Folge wird die Staatsanwaltschaft die U-Haft beantragen und der Steirer in die Justizanstalt Jakomini eingeliefert werden.

Der Mann war von Polizisten im Badezimmer seines Hauses verletzt aufgefunden worden, er hatte offenbar einen Selbstmordversuch unternommen. Nach der ambulanten Versorgung der Schnittwunden im Spital kam der 37-Jährige ins Polizeianhaltezentrum, sein Zustand erlaubte zunächst keine Einvernahme. Ob der Mann aber schon bereit ist, über das Geschehene zu sprechen, bleibt noch offen. Auch nach einer ähnlich gelagerten Tat Ende Jänner in Leoben, wo eine Mutter ihren sechsjährigen Sohn getötet hatte, schwieg die Verdächtige wochenlang über ihre Beweggründe.

In Kumberg sitzt der Schock weiterhin tief
© Wilfried Rombold
In Kumberg sitzt der Schock weiterhin tief

Nach außen hin gab es keine Alarmsignale

Was den Fall in Kumberg so ungewöhnlich macht, ist die Familienkonstellation. In dem Haus im Ortszentrum lebten zwei Brüder mit ihren Frauen und insgesamt fünf kleinen Kindern. Bewohner und Nachbarn berichten von einem harmonischen Zusammenleben. Die Großfamilie falle auf eine sympathische Art aus dem Rahmen, lebte sehr naturverbunden, die Mitglieder trugen oft Wanderkleidung oder Tracht und ließen alte Bräuche aufleben. Vizebürgermeisterin Alexandra Pirker beschrieb die Familie, die vor etwa zehn Jahren nach Kumberg gezogen ist, als gut ins Dorfleben integriert. Die Kinder besuchten im Ort die Schule, es gab bisher absolut keine Alarmsignale.

Wichtige Erkenntnisse werden auch die Befragungen der erwachsenen Familienmitglieder bringen. Diese werden weiterhin von Kräften des Kriseninterventionsteams des Landes betreut. Was bisher über den Tatverlauf bekannt ist, spricht für eine spontane Handlung – unter anderem die Verwendung eines Küchenmessers als Tatwaffe. Auch der anschließende Selbstmordversuch lässt auf eine Verzweiflungstat schließen.

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