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Südkorea: Trump nutzt Militärmanöver als Druckmittel

Südkoreas Außenminister Cho Hyun bezeichnet die von Präsident Donald Trump veranlassten Einschränkungen gemeinsamer Militärmanöver öffentlich als Druckmittel der USA. Trump hatte eine deutlich geringere Beteiligung an einem jährlichen Militärmanöver mit dem Verbündeten angekündigt. Am Mittwoch teilten beide Länder mit, dass die Übungen in diesem Jahr von elf auf fünf Tage verkürzt werden.

Südkoreas Außenminister Cho Hyun (Archivbild)
© APA/AFP/POOL
Südkoreas Außenminister Cho Hyun (Archivbild)

Außenminister Cho sagte am Mittwoch, Trumps Vorgehen scheine zumindest teilweise darauf abzuzielen, Druck auf die Regierung in Seoul auszuüben. So solle Südkorea zur Unterstützung der USA im Iran-Krieg gebracht und zur Eile bei Investitionsvorhaben in den USA gedrängt werden. Das Manöver hat am Montag begonnen und sollte ursprünglich bis zum 27. August dauern. Nun soll es bereits am 21. August beendet werden.

Laut Cho könnte Unmut der USA über ein 2025 unterzeichnetes Handelsabkommen auch einer der Hintergründe sein. Südkorea hatte darin zugestimmt, 350 Milliarden Dollar (302,35 Mrd. Euro) in den USA zu investieren. Die Regierung in Seoul hat bisher aber keine Details zu dem Vorhaben veröffentlicht. Man habe bei dem Plan nicht schneller vorankommen können, da Faktoren wie die wirtschaftliche Rentabilität und rechtliche Verfahren berücksichtigt werden müssten, sagte Cho. Zudem verwies der Minister auf nicht näher benannte unerwartete Probleme.

Der Außenminister erklärte weiter, Trumps Vorgehen sei auch ein Signal an Nordkorea. Ähnlich ordnete dies auch Vereinigungsminister Chung Dong-young ein: Seiner Einschätzung nach wolle Trump mit der Reduzierung der Manöver den Weg für ein mögliches neues Treffen mit Machthaber Kim Jong-un bereiten. Die gemeinsamen Übungen der USA und Südkoreas sorgen in Pjöngjang seit langem für Verärgerung.

Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge dringt Trump auf ein Treffen mit Kim noch in diesem Herbst. Der US-Präsident habe intern mit Beratern über eine persönliche Begegnung mit Kim während seiner nächsten Asien-Reise gesprochen, berichtete die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Diese Reise könnte im November anlässlich des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) im chinesischen Shenzhen stattfinden. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel dürfte auch bei dem Besuch des chinesischen Außenministers Wang Yi in Südkorea am Mittwoch und Donnerstag ein wichtiges Thema sein.