Sicher am Berg: Rotes Kreuz Kärnten gibt Tipps für den Notfall
Das Rote Kreuz Kärnten empfiehlt für einen sicheren Wandertag eine gute Tourenplanung, ausreichend zu trinken und auf die richtige Ausrüstung zu achten. Bei Unfällen oder gesundheitlichen Problemen gilt es, Ruhe zu bewahren.

Kärntens Berge und Wanderwege sind gerade in den Sommermonaten ein beliebtes Ziel. Doch auch bei vermeintlich einfachen Touren können Unfälle oder gesundheitliche Probleme auftreten. Ein falscher Tritt, Kreislaufprobleme durch Hitze oder eine kleine Verletzung: Beim Wandern kann aus einem schönen Sommertag rasch eine Notsituation werden. Besonders wichtig ist es dann, Ruhe zu bewahren, die Situation richtig einzuschätzen und Erste Hilfe zu leisten.
Das Wichtigste ist, überhaupt zu helfen, bei der betroffenen Person zu bleiben und weitere Hilfe zu organisieren.
— Martin Pirz,, Kärntens Rotkreuz-Präsident
„Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte sich bewusst sein, dass professionelle Hilfe nicht immer innerhalb weniger Minuten vor Ort sein kann. Umso wichtiger ist es, grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kennen und im Notfall auch anzuwenden“, betont Rotkreuz-Präsident Martin Pirz. „Dabei geht es nicht darum, alles perfekt zu machen. Das Wichtigste ist, überhaupt zu helfen, bei der betroffenen Person zu bleiben und weitere Hilfe zu organisieren.“
Das Rote Kreuz hat daher fünf Tipps für einen sicheren Wandertag zusammengefasst:
1. Gut vorbereitet losgehen
Erste Hilfe beginnt schon vor der Wanderung: Die geplante Tour sollte an Kondition und Erfahrung aller Beteiligten angepasst werden, Wetterbericht und Wetterentwicklung sollten immer im Blick behalten werden. Festes Schuhwerk, Sonnen-, Regen- und Kälteschutz sowie ausreichend Getränke gehören ebenso zur Grundausstattung wie ein Erste-Hilfe-Paket und ein geladenes Mobiltelefon bzw. eine Powerbank.

2. Hitze und Flüssigkeitsverlust nicht unterschätzen
Besondere Vorsicht ist an heißen Sommertagen geboten: Hohe Temperaturen bedeuten für den Körper eine zusätzliche Belastung. Deshalb regelmäßig trinken, Pausen einlegen und wenn möglich besonders heiße Tageszeiten meiden. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwächegefühl oder Krämpfe können Warnsignale für einen Hitzenotfall sein. In diesem Fall gilt: Belastung sofort beenden, die betroffene Person in den Schatten beziehungsweise an einen möglichst kühlen Ort bringen, beengende Kleidung öffnen und für Kühlung sorgen. Verschlechtert sich der Zustand oder bestehen Bewusstseinsstörungen, muss umgehend der Notruf 144 gewählt werden.
3. Nach einem Sturz: Ruhe bewahren und nichts erzwingen
Bei Knochen- oder Gelenksverletzungen sollte der betroffene Körperteil möglichst wenig bewegt und ruhiggestellt werden. Wichtig: Eine Wanderung sollte bei stärkeren Schmerzen oder offensichtlichen Verletzungen keinesfalls „auf Biegen und Brechen“ fortgesetzt werden. Kleinere Schürf- oder Schnittwunden können mit sauberem Wasser gereinigt und anschließend mit einer sterilen Wundauflage versorgt werden. Bei starken Blutungen gilt es, unmittelbar festen Druck auf die Wunde auszuüben und Hilfe zu alarmieren.
4. Eigenschutz geht vor
Bevor Erste Hilfe geleistet wird, sollte auch am Berg zunächst die Umgebung auf mögliche Gefahren wie Absturzgefahr, Steinschlag oder aufziehende Gewitter überprüft und eingeschätzt werden. „Erste Hilfe beginnt immer mit Eigenschutz. Niemandem ist geholfen, wenn aus einer verletzten Person zwei werden“, so Pirz. Ist die Situation sicher, gilt: bei der verletzten Person bleiben, sie beruhigen, vor Sonne, Kälte oder Nässe schützen und ihren Zustand beobachten, bis professionelle Hilfe eintrifft.
5. Im Notfall: Richtig alarmieren
Bei akuten medizinischen Notfällen soll möglichst schnell die Notrufnummer des Rettungsdienstes 144 gerufen werden. Bei Verbindungsproblemen kann auch auf den Euro-Notruf 112 zurückgegriffen werden. Dabei gilt es die Situation möglichst gut zu beschreiben und alle Fragen zu beantworten. GPS-Koordinaten beziehungsweise die Standortdaten des Mobiltelefons können zusätzlich helfen, den Einsatzort rascher zu bestimmen. Wichtig ist, das Gespräch nicht selbst zu beenden, sondern die Fragen der Leitstelle abzuwarten und das Telefon anschließend für mögliche Rückrufe bereit zu halten.
Man muss kein Profi sein, um helfen zu können. Entscheidend ist, hinzusehen, zu handeln und Hilfe zu holen.
— Martin Pirz,, Rotkreuz-Präsident
Viele Menschen haben Sorge, in einem Notfall etwas falsch zu machen. Das Rote Kreuz möchte diese Hemmschwelle nehmen. „Man muss kein Profi sein, um helfen zu können. Entscheidend ist, hinzusehen, zu handeln und Hilfe zu holen“, sagt Pirz. „Wer sein Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig auffrischt, gewinnt vor allem eines: Sicherheit für den Moment, in dem es tatsächlich darauf ankommt.“