Plötzlich Pflegefall, was tun? Diese Möglichkeiten gibt es in Kärnten
Bereits seit heuer werden in Häusern der Kabeg 31 Übergangspflegebetten angeboten, ab kommendem Jahr kommen weitere Betten in privaten Spitälern dazu.
In Kärnten sorgt ein Fall eines Mannes für Aufsehen, der plötzlich zum Pflegefall wurde und für die Verlängerung seines Krankenhausaufenthaltes 3900 Euro zahlen musste. Der Kärntner war plötzlich zum Pflegefall geworden, weil er aber vorübergehend keine 24-Stunden-Pflege hatte, sah er sich zu diesem Schritt gezwungen.
Ein Pech für den Mann war, dass er sich nicht in einem Kabeg-Spital befand. Denn wie Gesundheitslandesrätin Beate Prettner im Dezember des Vorjahres öffentlich bekanntgab, werden dort seit heuer die Übergangspflegebetten sukzessive ausgebaut. Dabei handelt es sich um genau jene Betten, die solchen Menschen vorübergehend zur Verfügung stehen, weil sie zu Hause nicht betreut werden können oder noch auf einen Pflegeheimplatz warten.
Die Übergangspflege
Bei der Übergangspflege handelt es sich um eine Überbrückungshilfe nach einer Akutbehandlung im Krankenhaus, wenn die Versorgung zu Hause aufgrund eines erhöhten Pflegeaufwandes nicht sichergestellt werden kann. Diese wird vom Sozialdienst oder dem Entlassungsmanagement des jeweiligen Krankenhauses beim Land Kärnten beantragt.
Mehr Informationen unter www.gps-ktn.at/uebergangspflege/
Insgesamt gibt es in den Kabeg-Spitälern ab heuer 31 solcher Betten. Ab dem kommenden Jahr sollen in den privaten Häusern, etwa im Krankenhaus Friesach, im Elisabethinen-Krankenhaus und im Krankenhaus Waiern, weitere Betten dazukommen. Die Zahl an Übergangspflegebetten soll dann auf 40 in ganz Kärnten ansteigen. Das Land Kärnten hat am Montag eine neue Struktur für die Übergangspflege präsentiert. Bisher wurde die Übergangspflege in Kärnten in Pflegeheimen angeboten – ohne therapeutische Leistungen wie etwa Physio- oder Ergotherapie. Gleichzeitig gab es Fälle, in denen Patientinnen und Patienten, die keine Akutversorgung mehr benötigten, weiterhin Akutbetten in den Krankenhäusern belegten – weil eine Rückkehr nach Hause noch nicht möglich war und es begrenzte Kapazitäten in den Pflegeheimen gab.
Noch mehr Betten gefordert
Team Kärnten-Chef Bürgermeister Gerhard Köfer fordert, dass man in Zukunft noch einen Schritt weitergeht und die Übergangspflege noch stärker ausbaut: „Eine qualitativ hochwertige und besser strukturierte Übergangspflege mit entsprechenden Plätzen in allen Teilen Kärntens würde für eine Entlastung der stationären Pflegeeinrichtungen sorgen und wäre auch für das enge Umfeld des Pfleglings und die Person an sich von Vorteil.“

