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Diese Kärntner Kirche blickt auf 700 Jahre Geschichte zurück

Das Jubiläum wird mit einem Pfarrfest am Sonntag, dem 23. August, gefeiert, inklusive Messe, Fahrzeugsegnung und geselligem Beisammensein.

Zu sehen ist eine Luftaufnahme einer Kirche, die in einem Ortskern steht
© KK/Privat
Die Kirche von Diex
Ulrike Greiner

Eine der ältesten und am besten erhaltenen Wehrkirchen Kärntens steht in Diex. Das Gotteshaus kann auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken. Dieses Jubiläum wird am Sonntag, dem 23. August, mit einem Pfarrfest gefeiert. Die Messe vor der Kirche beginnt um 10 Uhr. Anschließend erfolgt eine Fahrzeugsegnung, danach trifft man sich zum gemütlichen Beisammensein. Die musikalische Umrahmung gestaltet der Kirchenchor Diex. Der Erlös des Festes fließt in die Restaurierung der Orgel.

1326 erstmals urkundlich erwähnt

Initiator des Festes ist der engagierte Leiter des Pfarrarbeitskreises Gerhard Kresitschnig, der auch das jüngste Pfarrblatt gestaltet hat, das ganz im Zeichen dieses besonderen Datums steht. „In einem der Gurker Urbare wird die Kirche Diex im Jahr 1326 erstmals erwähnt. Das bedeutet, dass unsere Kirche zumindest in ihrem Kern romanischen Baustils ist und damit eigentlich älter als 700 Jahre. Mauerhinweisen zufolge wurde sie vermutlich zwischen 1260 und 1280 errichtet“, sagt Kresitschnig, der sich intensiv mit der Historie beschäftigt hat. Das anfangs recht bescheidene Gotteshaus, das dem Heiligen Martin geweiht ist, wurde 1379 zur Pfarrkirche erhoben und war zuvor Filialkirche der Pfarre St. Margarethen ob Töllerberg. Mit der Errichtung ist auch eine Legende verbunden. Ursprünglich soll es in einem nahen Wald ein schlichtes Standbild des heiligen Martin gegeben haben. Knechte brachten es in den Ort, aber es verschwand wieder und stand am alten Standort. Das geschah dreimal hintereinander und man beschloss, eine Kirche zu errichten. Und zwar nicht im Fichtenwald, sondern gemäß der Weissagung eines Kindes, wonach man einen Platz mit Wasser unter der Erde suchen solle, auf dem Berg, also am Südhang der Saualpe.

Massive Wehranlage mit Ecktürmen

Dem Kirchlein war eine glanzvolle architektonische Zukunft beschieden. Über Jahrhunderte hinweg kam es zu zahlreichen Veränderungen und Erweiterungen. In der Zeit der Türkenbedrohung zwischen 1470 und 1490 wurde die massive Wehranlage mit Ecktürmen und Wehrgang errichtet. Im Barock wurde die Ausrichtung der Kirche durch einen quer an den Chor anschließenden Erweiterungsbau von Osten auf Norden gedreht. Durch die mächtige Doppelturmanlage erhielt sie das heute bekannte Bild. Die frühklassizistische Fassade zwischen den Türmen entstand im frühen 18. Jahrhundert, das Vordach im 19. Jahrhundert.

Im Inneren steht der Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert, der unter anderem den Heiligen Martin im Bischofsornat zeigt. Beachtenswert und sehr selten ist die Gestaltung eines Kreuzaltars in der östlichen Seitenkapelle. Neuerungen gab es bis heute immer wieder. Zuletzt erfolgt 2007 eine Veränderung des Hauptaltars mit der alten Altarplatte aus gotischer Zeit. Ein neues Dach aus Steinplatten schützt Kirche und Wehrmauer dauerhaft. Die Orgel wurde 1883 von Franc Colarič gebaut, dessen Werkstatt sich in Glainach bei Ferlach befand. Inzwischen ist die Königin der Instrumente in die Jahre gekommen und muss dringend restauriert werden. Für ihren Erhalt dient das Pfarrfest am Sonntag.

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