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Medikament für Wespen-Allergiker in der Steiermark vergriffen

In steirischen Apotheken sind Adrenalin-Pens, die bei heftigen allergischen Reaktionen nach Wespenstichen helfen, vergriffen. Was Betroffene tun können.

Das Bild zeigt eine Wespe, die auf einer Frucht sitzt
© APA/dpa/Archiv
Diesen Sommer ist das Wespenvorkommen besonders hoch

Wenn eine Wespe zusticht, zählt für Allergiker jede Sekunde. Ohne das richtige Medikament wird es dann schnell lebensbedrohlich. Das Problem: In der Steiermark ist genau dieser EpiPen – der Adrenalin enthält und den sich Betroffene selbst injizieren – vergriffen. Das bestätigt Alexandra Fuchsbichler, Präsidentin der Apothekerkammer Steiermark. Ein Problem, das es heuer in ganz Österreich gibt.

Engpässe des EpiPens seien zwar jedes Jahr im Sommer üblich, aber heuer sei die Lage noch einmal angespannter, weil es besonders viele Wespen gibt. Hinzu kommen allgemeine Lieferkettenprobleme.

Privatkauf von Deutschland möglich

Eine Lösung für Allergiker: „Es gibt die Möglichkeit, ein gleichwertiges Produkt aus Deutschland zu importieren, um Menschen mit starken Allergien zu versorgen“, so Fuchsbichler. Betroffene müssen sich das Medikament allerdings privat kaufen, weil das deutsche Produkt nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Allergikern rät sie deshalb, EpiPens vom letzten Jahr zu verwenden, sofern diese noch nicht lange abgelaufen sind, und die Flüssigkeit klar ist. Spätestens ab Mitte September sollten die Pens wieder verfügbar sein.

Firmen werden so wenig wie möglich nach Österreich importieren, weil sie weniger Geld dafür bekommen

— Alexandra Fuchsbichler , Präsidentin der Apothekerkammer Steiermark

Österreichischer Markt jedes Jahr unterversorgt

Dass jedes Jahr aufs Neue zu wenig EpiPens am österreichischen Markt sind, führt Fuchsbichler auf die Preisgestaltung zurück. In Amerika sei der EpiPen um ein Vielfaches teurer, als hierzulande. „Firmen werden so wenig wie möglich nach Österreich importieren, weil sie weniger Geld dafür bekommen.“

Alexandra Fuchsbichler ist die Präsidentin der Apothekerkammer Steiermark
© Apothekerkammer
Alexandra Fuchsbichler ist die Präsidentin der Apothekerkammer Steiermark

Andere Allergie-Medikamente nicht vom Engpass betroffen

Die gute Nachricht: „Alle anderen Medikamente, die in ein Allergiker-Notfallpaket hineingehören, sei es ein Kortikoid oder ein Anti-Allergikum, sind von den Lieferengpässen nicht betroffen“, so Fuchsbichler. Für Menschen, bei denen noch keine Allergie bekannt ist, gibt sie Entwarnung: „Der erste allergische Anfall ist nicht so heftig. Die Patienten werden eingestellt und dementsprechend vom Arzt instruiert, wie was anzuwenden ist.“

Ein EpiPen kann im Notfall Leben retten
© Steinwendter/Rotes Kreuz
Ein EpiPen kann im Notfall Leben retten

15 Todesfälle durch Insektenstiche in der Steiermark seit 2016

In den vergangenen zehn Jahren starben in der Steiermark 15 Personen durch den Kontakt mit Hornissen, Wespen oder Bienen. Alleine 2025 waren es drei. Zudem belasten Insektenstiche, die zu allergischen Reaktionen führen, auch die Spitäler.

Präventive Maßnahmen und alltäglicher Umgang

Um einen Wespenstich überhaupt zu verhindern, kann man präventiv handeln. Etwa durch das Anbringen von Fliegengittern, um Wohnräume vor Insekten zu schützen. Wenn man von einem potenziell gefährlichen Insekt umkreist wird, sollte man nicht hastig reagieren. Denn dadurch könnten sich die Tiere bedroht fühlen und stechen.

Personen mit bekannter Allergie sollten ihr Notfallpaket immer bei sich tragen und das nähere Umfeld über ihre Allergie informieren. Im Freien sollten sie zudem Mistkübel meiden. Vorsicht ist auch bei Süßspeisen geboten, durch die Wespen oft angelockt werden. Wenn man aus Dosen oder dunklen Flaschen trinkt, sollten die Verschlüsse nach jedem Schluck wieder verschlossen werden.

Immuntherapie langfristig sehr wirksam

Wer weiß, dass er oder sie allergisch ist, und sich langfristig schützen möchte, kann auch auf eine Immuntherapie zurückgreifen. Diese schützt über 90 Prozent der Betroffenen vor schweren allergischen Reaktionen.