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Dürre-Folgen: Billa nimmt den Bauern mehr Rindfleisch ab

Der Lebensmittelhändler stockt die eigenen Einkaufsmengen um 20 Prozent auf und plant Aktionen in den Filialen. Für die Konsumenten wird Rindfleisch aktuell billiger. Ab 2027 könnte es hingegen deutlich teurer werden.

Billa sackt aktuell mehr Rindfleisch ein
© Weichselbraun
Billa sackt aktuell mehr Rindfleisch ein
Eva Gabriel
Wirtschaft

Wie berichtet sind durch den Mangel an Grünschnitt und anderen Futtermitteln in Folge der Trockenheit heuer viele Landwirte und Landwirtinnen dazu gezwungen, ihre Weiderinder früher als geplant zu schlachten und zu verkaufen. Sie bauen ihre Bestände ab, weil sie befürchten, dass sie mit dem Futter nicht über den Winter kommen. „In den letzten Wochen kamen dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich“, heißt es von der Arge Rind, der Dachorganisation von acht Rindererzeugergemeinschaften, zu denen auch die Rinderzucht Steiermark gehört, und die etwa 35 Prozent des österreichischen Rindfleisches vermarktet. 2025 hat die Arge 620.000 Rinder geschlachtet, von denen freilich eine nicht unbeträchtliche Menge exportiert wurde.

Somit stehen nun deutlich höhere Mengen an Rindfleisch auf dem österreichischen Markt zur Verfügung. Allein bei Kärntner Fleisch, der größten bäuerlichen Viehvermarktungsgenossenschaft Kärntens, wurde von Jänner bis Ende Juli ein Anstieg der Rinderschlachtungen von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.

Mangel an Schlachttieren ab 2027

Die Lebensmittelhandelskette Billa hat sich nun dazu entschlossen, ihre Abnahmemengen von Rindfleisch bei ihren Partnerbetrieben um 20 Prozent zu erhöhen – zunächst ein Monat lang. Und zwar laut eigener Auskunft zu fixen Preisen, die im Rahmen von Partnerschaften mit Landwirten und der Arge Rind vereinbart worden sind. Im Fokus steht dabei das Nose-to-Tail-Prinzip: Das gesamte Rind wird abgenommen, verwertet und in den Märkten angeboten, nicht nur die Edelteile. Für die Endkunden sinken derzeit die Preise, doch das dürfte nicht von Dauer sein: Während die großen Mengen an Rindfleisch den Preis momentan nach unten drücken, wird ein Mangel an Schlachttieren ab 2027 wohl einen gegenteiligen Effekt haben, sagt Werner Habermann, Geschäftsführer Arge Rind, denn: „Es findet ja derzeit ein Bestandsabbau statt. Eine Kuh kann man nur einmal schlachten.“

Billa-Einkaufsmanagerin Simone Grossauer und Werner Habermann von der „Arge Rind“ in einer Billa-Filiale
© Harson/Billa
Billa-Einkaufsmanagerin Simone Grossauer und Werner Habermann von der „Arge Rind“ in einer Billa-Filiale

Billa: „Wir versuchen, den Markt zu entlasten“

„Solche Phasen lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Also versuchen wir, zur Entlastung des Marktes beizutragen“, sagt Billa-Vorstandsvorsitzender Erich Szuchy. Simone Grossauer, Billa-Einkaufschefin für Frischfleisch, ergänzt: „Unser Fokus liegt auf Rindfleisch in Tierwohl-Qualität, beispielsweise auf den Marken ,Fair zum Tier und ,Ja! natürlich Weidegenussrind‘ und Weidejungrind.“ Bio-Rinder, bzw. Ja natürlich-Lieferanten sind besonders von der Futterknappheit betroffen – sie dürfen ja nicht mit normalem, zugekauften Futter gefüttert werden.

In den kommenden Wochen sind die Produkte österreichweit in allen Billa und Billa Plus-Märkten im Rahmen von Aktionen verstärkt im Selbstbedienungsbereich und an den Bedientheken erhältlich.

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