Finanzbildung beginnt im Kinderzimmer
Welche Ausgaben Familien erwarten, warum Referenzbudgets Orientierung bieten und weshalb Finanzbildung schon früh beginnen sollte.

Ein Kind bereichert das Leben – und verändert gleichzeitig die finanzielle Situation einer Familie. Von der Erstausstattung über Kinderbetreuung und Freizeitaktivitäten bis hin zu Schulkosten entstehen laufend neue Ausgaben. Wie hoch diese ausfallen, hängt von der individuellen Lebenssituation ab. Fest steht: Wer frühzeitig plant und den Überblick über das Familienbudget behält, kann finanzielle Herausforderungen besser bewältigen.
Kinder begegnen dem Thema Geld mit großer Neugier. Es macht Freude zu erleben, wie schnell sie Zusammenhänge verstehen und stolz sind, wenn sie eigene Entscheidungen treffen. Genau diese ersten Erfahrungen legen den Grundstein für einen bewussten Umgang mit Geld.“
— Laura Mandl, Finanzbildungsexpertin
Bereits rund um die Geburt sind große, kostenintensive Anschaffungen zu tätigen. Mit zunehmendem Alter kommen Ausgaben für Lebensmittel, Betreuung, Schulsachen, Vereinsbeiträge und Hobbys hinzu. Später folgen häufig größere Anschaffungen wie Laptop, Smartphone oder Führerschein. Gleichzeitig steigen auch die Wohn- und Lebenserhaltungskosten der gesamten Familie. Eine wertvolle Orientierung bieten die Referenzbudgets der Schuldnerberatungen (www.referenzbudgets.at). Sie zeigen, welche finanziellen Mittel Haushalte in Österreich benötigen, um einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Berücksichtigt werden unter anderem Kosten für Wohnen, Ernährung, Kleidung, Mobilität, Gesundheit sowie soziale und kulturelle Teilhabe. So lassen sich Ausgaben realistisch einschätzen und langfristig planen.
Finanzbildung beginnt lange vor dem ersten Einkommen. Kinder lernen den bewussten Umgang mit Geld vor allem durch eigene Erfahrungen im Alltag. Das Taschengeld ist ein wichtiges Lerninstrument: Es ermöglicht erste finanzielle Entscheidungen, zeigt die Begrenztheit von Geld und fördert das Setzen von Prioritäten. Gespräche in der Familie stärken zudem die finanzielle Eigenverantwortung und können einer Überschuldung vorbeugen.“
— Andreas Pregl, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Kärnten
Finanzbildung beginnt jedoch nicht erst im Erwachsenenalter. Kinder können bereits früh einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld erlernen – am besten durch eigenes, physisches Taschengeld. Es gibt ihnen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, Geld einzuteilen und auf größere Wünsche zu sparen. Dabei erleben sie auch den sogenannten „Bezahlschmerz“: Wer eigenes Geld ausgibt, überlegt kritischer, ob eine Anschaffung den Preis wirklich wert ist. Diese Erfahrungen stärken nicht nur die finanzielle Kompetenz, sondern vermitteln Fähigkeiten, die ein Leben lang von Bedeutung sind. Eltern können diesen Lernprozess begleiten, indem sie über Geld sprechen, Sparziele fördern und Kindern Raum für eigene Entscheidungen geben. So lernen sie auch, Nein zu sagen, auf manche Wünsche zu verzichten und auch Geduld zu haben, bis das Ersparte für einen größeren Wunsch ausreicht. Gleichzeitig sollten Kinder dazu angeregt werden, ihre eigenen Bedürfnisse sowie ihr Handeln in Bezug auf Wünsche und Konsum kritisch zu hinterfragen. Sie lernen dadurch, zwischen tatsächlichen Bedürfnissen und spontanen Wünschen zu unterscheiden.
Mit unserem Finanzbildungsportfolio schaffen wir ein durchgängiges Bildungsangebot, das Menschen vom Kindergarten bis ins Erwachsenenalter begleitet. Die abgestimmten Module vermitteln alltagsnahe Finanzkompetenzen. Unsere nachhaltige Finanzbildung ist die beste Prävention und schafft die Grundlage für finanzielle Sicherheit in jeder Lebensphase. Denn eine frühe Finanzbildung zahlt sich aus, heute und in Zukunft.“
— Mario Drussnitzer, Leiter Prävention und Finanzbildung