Autoverkehr auf Südautobahn geht dank Koralmbahn zurück
Durch die Koralmbahn ist der Autoverkehr auf der Südautobahn (A2) im ersten Halbjahr 2026 merklich zurückgegangen. Der Rückgang im Koralmkorridor betrug 4,6 Prozent und lag damit deutlich über dem Österreich-Schnitt - bundesweit wurde nämlich eine Abnahme von 0,6 Prozent verzeichnet, teilte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) unter Berufung auf Daten der Asfinag mit.

"So wie bereits nach dem Ausbau und der Beschleunigung der Westbahnstrecke im Jahr 2012, hat auch die Koralmbahn zu einer Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn geführt", sagte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk zu den Ergebnissen. Den allgemeinen Rückgang des Autoverkehrs führt sie auf die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise zurück: In ganz Österreich wurden bei 61 Prozent der Zählstellen weniger Pkw gezählt als im ersten Halbjahr 2025. Der Lkw-Verkehr hingegen nahm bei 81 Prozent der Zählstellen zu.
Im steirischen Abschnitt des Korridors betrug der Rückgang 3,6 Prozent, im Kärntner Abschnitt sogar 6,3 Prozent. Damit war der Rückgang im steirischen Abschnitt sechsmal so stark wie insgesamt im Autobahnnetz und im Kärntner Abschnitt sogar zehnmal so stark, so die VCÖ-Analyse. Die positive Wirkung der Koralmbahn ist für den VCÖ unbestritten - sie könne aber durch weitere Begleitmaßnahmen noch verstärkt werden. Für Pendler könnten etwa Unternehmen Anreize zum Umstieg schaffen, im Freizeitverkehr seien wiederum Maßnahmen von Ausflugszielen und Tourismusregionen gefragt.
Insgesamt wird in Österreich laut VCÖ das Potenzial, die Effizienz des Verkehrs zu erhöhen, "zu wenig ausgeschöpft": Der Besetzungsgrad der Pkw in Österreich liegt laut Umweltbundesamt bei 1,14. Das heißt, um 100 Personen zu transportieren, sind derzeit im Schnitt 88 Pkw unterwegs.
Der am stärksten befahrene Autobahnabschnitt Österreichs war im ersten Halbjahr die Südost-Tangente (A23) in Wien: Bei der Zählstelle Baumgasse wurden insgesamt rund 34,6 Millionen Kfz verzeichnet, davon waren 95 Prozent Pkw. Die meisten Lkw wurden auf der Westautobahn (A1) zwischen Haid und Traun mit 2,58 Millionen gezählt.