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Zwei iranische Künstler seit Treffen mit Diplomaten in Haft

Zwei iranische Grafikdesigner befinden sich nach Angaben ihrer Angehörigen seit einem Treffen mit zwei französischen Diplomaten im Iran in Haft. Aria Kasaei und Elly Naghilou seien nach dem Treffen mit den französischen Diplomaten Mitte Juli festgenommen worden und "befinden sich seither in Haft", teilten die Angehörigen am Montag mit. Das Treffen hatte zu diplomatischen Spannungen zwischen Teheran und Paris geführt.

FRANKFURT/MAIN - DEUTSCHLAND: ++ ARCHIVBILD ++ (ARCHIVBILD VOM 16.5.2026) - FOTO: APA/APA/dpa/Boris Roessler
© APA/dpa
FRANKFURT/MAIN - DEUTSCHLAND: ++ ARCHIVBILD ++ (ARCHIVBILD VOM 16.5.2026) - FOTO: APA/APA/dpa/Boris Roessler

Kasaei und Naghilou hatten sich nach Angaben ihrer Angehörigen am 19. Juli in Kasaeis Wohnung in Teheran mit dem französischen Kulturattaché und einem weiteren Diplomaten getroffen. Dabei sei es um Villa Zadig gegangen, ein vom Kulturdienst der französischen Botschaft im Iran getragenes Programm für Künstlerresidenzen und künstlerischen Austausch. Noch während des Treffens seien die beiden Künstler festgenommen worden. Sie hätten "bis heute keinen Zugang zu einem unabhängigen Anwalt" erhalten, teilten die Angehörigen mit.

Das iranische Geheimdienstministerium habe am Samstag erklärt, die beiden Verdächtigen seien im Zusammenhang mit einem Fall französischer "Infiltration" und "Einmischung" festgenommen worden, erklärten die Angehörigen. Sie widersprachen der Darstellung Teherans vehement und erklärten, die Arbeit der Künstler für Villa Zadig sei öffentlich gewesen. Das Geheimdienstministerium habe "ein zutiefst irreführendes Bild von der Art dieses Treffens" gezeichnet.

Die Angehörigen forderten, "dass etwaige konkrete Anklagepunkte gegen Aria Kasaei und Elly Naghilou öffentlich gemacht werden, ihnen unverzüglich Zugang zu einem unabhängigen Anwalt und einer wirksamen Verteidigung gewährt wird und ihre Sicherheit sowie ihre grundlegenden Rechte garantiert werden". Zugleich richteten sie einen Appell an die französische Regierung: Nachdem zwei französische Diplomaten die Ereignisse miterlebt hätten, müsse Paris "die Umstände dieser Festnahmen vollständig aufklären" und "alle notwendigen Schritte unternehmen", die Rechte, Sicherheit und Freilassung der Künstler zu gewährleisten.

Das französische Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu den beiden Künstlern. Das Treffen hatte im Juli einen diplomatischen Eklat ausgelöst, nachdem die beiden Diplomaten nach Angaben aus Paris wegen des Vorwurfs der "Einmischung" stundenlang festgehalten und befragt worden waren. Einer von ihnen sei außerdem physisch misshandelt worden, erklärte das französische Außenministerium.

Außenminister Jean-Noël Barrot sprach von einer "äußerst schwerwiegenden Aktion der Einschüchterung", die einen "eklatanten Verstoß gegen die diplomatische Immunität" darstelle. Zu einer möglichen Festnahme anderer an dem Treffen beteiligter Menschen äußerte sich Paris jedoch bisher nicht.

Am Montag gab die iranische Regierung bekannt, dass die beiden Diplomaten den Iran verlassen hätten. Teheran habe vor diesem Hintergrund "offiziell bekanntgegeben, dass ihnen die Rückkehr nicht gestattet wird", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bei einer Pressekonferenz. Er fügte an, die französischen Behörden sollten sich für das Verhalten der Diplomaten entschuldigen.

Am Samstag hatte das iranische Geheimdienstministerium Paris vor diesem Hintergrund vorgeworfen, ein "groß angelegtes Projekt zur Einflussnahme" im Iran betrieben und "den Boden für ein Vorgehen Frankreichs gegen die Unabhängigkeit" des Iran bereitet zu haben.