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Heftiges Jahr: So viele Waldbrände wie noch nie in Tirol

Bisher standen bei 53 Waldbränden rund 4000 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Nun wurden für den Landesfeuerwehrverband neue Löschvorrichtungen angeschafft.

Ein „Bambi-Bucket", das im Füllbecken mit Löschwasser gefüllt wird
© LFV/Wegscheider
Ein „Bambi-Bucket", das im Füllbecken mit Löschwasser gefüllt wird

Die anhaltende Trockenheit und zahlreiche Waldbrände fordern die Tiroler Feuerwehren im heurigen Jahr besonders stark: Seit Jahresbeginn kam es bereits zu 53 Waldbränden in Tirol, so viele wie noch nie zuvor. Auch in Virgen und Matrei rückten Feuerwehren zur Feuerbekämpfung in Wäldern aus. Bisher standen rund 3900 Feuerwehrkräfte in ganz Tirol im Einsatz.

Die Tiroler Landesregierung setzt deshalb einen weiteren Schritt: Für den Landesfeuerwehrverband Tirol wird ein Löschbehältnis – ein sogenannter „Bambi Bucket“ – mit einem Fassungsvolumen von 2950 Litern angeschafft. Zusätzlich wird ein Füllbecken („Pumpkin Tank“) mit einem Fassungsvolumen von bis zu 54.500 Litern samt Zubehör und Kleinmaterial beschafft. Das Land Tirol übernimmt die Anschaffungskosten von insgesamt bis zu 100.000 Euro.

„Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist und welche Herausforderungen durch Trockenheit und zunehmende Vegetationsbrände auf uns zukommen. Gleichzeitig können sich die Tirolerinnen und Tiroler darauf verlassen, dass unsere Feuerwehren hervorragend ausgerüstet sind und im Ernstfall professionell und rasch handeln“, betonte Landeshauptmann Anton Mattle.

Wald- und Vegetationsbrände stellen Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Steiles und schwer zugängliches Gelände erschwert vielerorts die Brandbekämpfung vom Boden aus. Hinzu kommen Boden- und Erdbrände, bei denen sich Glutnester tief im Untergrund halten und auch nach längerer Zeit erneut aufflammen können. Bei Bränden in unwegsamem Gelände ist deshalb oftmals auch der Einsatz von Hubschraubern notwendig.

Bundesheer im Löscheinsatz

Insbesondere das Österreichische Bundesheer stellt dafür wichtige Ressourcen zur Verfügung. Der S-70 „Black Hawk“ kann Löschbehältnisse mit einem Fassungsvermögen von bis zu 3000 Litern transportieren. Bislang verfügt Tirol über kein entsprechendes Löschbehältnis dieser Größenordnung. Bei einem Einsatz des S-70 müssen geeignete Löschbehälter derzeit aus Ober- oder Niederösterreich auf dem Straßenweg nach Tirol gebracht werden.

Nun soll diese Lücke geschlossen werden. Der Landes-Feuerwehrverband Tirol schafft einen „Bambi Bucket BB6578“ mit einem Fassungsvolumen von 2950 Litern um rund 76.000 Euro sowie ein dazugehöriges Füllbecken mit einem Fassungsvolumen von bis zu 54.500 Litern samt Zubehör und Kleinmaterial um rund 24.000 Euro an.

Das neue Löschbehältnis sei dabei eine wichtige Ergänzung der bestehenden Strukturen: „Bei größeren oder schwer zugänglichen Waldbränden ist die Zusammenarbeit mit Hubschraubern ein wesentlicher Bestandteil der Einsatzführung. Wenn das benötigte Löschbehältnis künftig direkt in Tirol verfügbar ist, sparen wir im Ernstfall wertvolle Zeit. Gemeinsam mit dem neuen Füllbecken verbessert das unsere Möglichkeiten bei der Brandbekämpfung aus der Luft nochmals deutlich“, betont Landesfeuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter.

Brände in Zahlen

Waldbrände Tirol

2020: 33
2021: 25
2022: 28
2023: 23
2024: 19
2025: 30
2026: bisher 53

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