Neues Konzept gegen Leerstände an prominenten Plätzen in Klagenfurt
Nach wie vor sind Leerstände in der Innenstadt ein Thema. Politik will nun mit einem Quartierentwicklungskonzept dagegen vorgehen und Hausbesitzer mit ins Boot holen.

Leerstände prägen das Stadtbild der Kärntner Landeshauptstadt. Allerdings: „Die Zahl dieser ist im letzten Jahr stark zurückgegangen“, erklärt Wirtschaftsstadtrat Julian Geier (ÖVP). Waren es im Vorjahr noch rund 100 Geschäftsflächen, die vom Leerstand betroffen waren, sind es aktuell 70. Dennoch bleiben leerstehende Geschäftsflächen nach wie vor ein Thema, das in den Griff bekommen werden muss. Denn es sind gerade Immobilien an prominenten Standorten, die leer stehen und Klagenfurt nicht gerade im besten Licht dastehen lassen.
Oft sei es die Preisvorstellung, an der eine erfolgreiche Vermietung der Fläche scheitert, meint Geier. Dabei sind es weniger private, sondern institutionalisierte Vermieter, wie Banken oder Versicherungen, die von unrealistischen Preisvorstellungen sprechen. „Über 30 Euro pro Quadratmeter ist für die meisten nicht mehr machbar“, erklärt der Wirtschaftsstadtrat. Große Verkaufsflächen seien deutlich schwieriger zu vermieten und gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer suchen flexible, leistbare Flächen in guten Lagen.
Der Alte Platz gilt zweifelsohne als eine solch gute Lage. Dieser ist aber ebenso vom Leerstand betroffen, gleich fünf Geschäftsflächen entlang der Nordseite wirken verwaist und werden aktuell nicht bespielt. Diesem Umstand will Geier mit einer Quartiersentwicklung entgegenwirken, die die Wienergasse und Kramergasse miteinbezieht. Er beruft sich dabei auf eine aktuelle CIMA-Studie, die besagt, dass die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich enormen Aufholbedarf habe.
Zahlen und Fakten
Die Klagenfurter Innenstadt ist ein zentraler Wirtschaftsstandort. Laut CIMA-Studie sind hier rund 1150 Betriebe angesiedelt, darunter etwa 350 Handelsbetriebe, 150 Gastronomiebetriebe, 204 Gesundheitsdienstleister sowie rund 40 Unternehmen der Creative Industries. Insgesamt sichern sie rund 6000 Arbeitsplätze. Der Handelsumsatz in der Stadt Klagenfurt liegt bei rund einer Milliarde Euro jährlich.
Hausbesitzer involviert
In diesem Zusammenhang will Geier nun Maßnahmen setzen – mit mehr Sitzgelegenheiten, einer Beschattung, Bepflanzung, der Renovierung des Spielplatzes, der in die Jahre gekommen ist, sowie dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Gleichzeitig will er die rund 60 Hausbesitzer ins Boot holen – auch jene, die ihre Flächen bereits erfolgreich vermietet haben. Gemeinsam will man mögliche Zwischennutzungsmodelle und einen Nutzungsmix entwickeln und etablieren. Dieser wirtschaftliche Nutzungsvorschlag soll dann entsprechend begleitet werden. Denn so viel weiß man aus der Vergangenheit: „Veranstaltungen alleine sind zu wenig, um die Innenstadt zu beleben.“ Ein Veranstaltungsprogramm soll aber durchaus erweitert werden.
Weiters im Maßnahmenkatalog: Einführung einer Pop-up-Förderung, Erstellung eines Leerstandskatasters, Ausbau einer Sanierungsförderung, Stärkung von Kooperationen mit Vereinen und Betrieben, Aufbau einer digitalen Innenstadtplattform, Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt sowie die Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte.
Erste Gespräche mit den Hausbesitzern seien durchaus positiv verlaufen, im September sollen diese intensiviert werden. Im Fall der fünf nebeneinanderstehenden Leerstände am Alten Platz könnte sich Geier einen Alpe-Adria-Schwerpunkt vorstellen, der keine Konkurrenz zum Benediktinermarkt sein soll. 30.000 Euro werden im ersten Schritt in die Hand genommen. Das gesamte Projekt, das auf die nächsten zehn Jahre ausgelegt ist, schlägt sich mit 300.000 Euro zu Buche.


