Dialog von Sand und Holz im Kraftwerk Hornburg
Sinnliche Farbwelten: Erwin C. Klinzer und Lorenz Valentin Tschertou laden im einstigen Kraftwerk Hornburg zur Begegnung von Kunst und Natur.

Die Turbinen hört man seit 2020 nicht mehr. Nur das Gluckern der Görtschitz hinter dem Haus und die Vögel in der zum Landschaftsgarten künstlerisch umgestalteten Natur rundum erzeugen den Soundtrack für ein besonderes Kunsterlebnis: Im zum Atelier und Ausstellungsraum gewandelten Schaukraftwerk Hornburg im Görtschitztal gehen Mineralien, Wasser und Wind einen spannenden Dialog mit verwittertem Holz ein. Hausherr Erwin C. Klinzer zeigt seine großformatigen, meditativen Bilder, die Schicht für Schicht aus geschüttetem Sand und den Wellenbewegungen von Gewässern gemalt werden. Steinkohle, Marmor, Dolomit, Muschelschalen sind die natürlichen Materialien, die auf seinen Werken der Dynamik des Wassers begegnen.
Farbintensive Gemälde, archaische Holzskulpturen
„Da ist kein Pinsel dabei“, erklärt der aus Klein St. Paul stammende, 1952 geborene Künstler, der auf eine erfolgreiche Karriere als Lithograph und Designer in München und Paris zurückschauen kann. Zu den farbintensiven Gemälden gesellen sich derzeit archaisch wirkende Holzskulpturen, mit denen der Bildhauer Lorenz Valentin Tschertou aus dem Bodental das Werden und Vergehen in der Natur sichtbar macht.

Auch die Kraftwerksmaschinen, die vor fünf Jahren vom Netz gegangen sind, leuchten intensiv in allen Farben. Klinzer schuf in Zusammenarbeit mit den Wietersdorfer Zementwerken, für die Architekt Franz Baumgartner 1913 das Kraftwerk geplant hatte (so wie ein paar Jahre später das Forstsee-Kraftwerk am Wörthersee), eine sinnliche Bilderwelt. Purpurrot wie die Wurzel des Krapp-Krautes (nach dem das Krappfeld benannt ist) findet sich im Maschinenraum, Indigoblau bemalte Klinzer die Baumstämme im Garten, die grüne Natur leuchtet durch die hohen Sprossenfenster ins Atelier. „Die Farbenlehre habe ich intus“, lächelt der nach Jahrzehnten im Ausland an den elterlichen Hof zurückgekehrte Lithograph, der sich im Winter auch im süditalienischen Cilento heimisch fühlt. Dort wie hier sind es das Hinhören auf die Natur, das Innehalten und der Rückzug in die Stille, die ihn inspirieren und in seinen Bildern nachklingen.
Zur Ausstellung
Zwei Künstler. Zwei Welten. Eine Begegnung. Erwin Corinth Klinzer und Lorenz V. Tschertou. Bis 15. Sept. im Atelier Kraftwerk Hornburg (Klein St. Paul). Telefonische Vereinbarung Tel. (0650) 91 39 131.
erwincklinzer.at