Seit 1957: Sieben Jahrzehnte als Hebamme in Kärnten im Einsatz
Gottfrieda Lamprecht wurde die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Bad Eisenkappel verliehen. Sie begann ihre Ausbildung zur Hebamme in den 1950er-Jahren.

„Es gibt Menschen, die eine Gemeinde nicht nur begleiten, sondern sie über Jahrzehnte mitprägen. Menschen, deren Wirken in vielen Familien, Erinnerungen und Lebensgeschichten weiterlebt“, hielt die Bürgermeisterin von Eisenkappel-Vellach/Zelezna Kapla, Elisabeth Lobnik, in ihrer Ansprache fest.

Im Rahmen des 59. Gemeindeseniorentages wurde nämlich der Hebamme Gottfrieda Lamprecht die Ehrenbürgerschaft verliehen. Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung der Gemeinde. Frau Lamprecht hat im Jahr 1957 mit der Ausbildung zur Hebamme begonnen. „Sie übt diesen Beruf seit nunmehr beinahe 70 Jahren mit großer Leidenschaft aus, und man kann es wohl viel mehr als Berufung denn als Arbeit bezeichnen“, so Lobnik und weiter: „Betrachtet man den Lebensweg von Frau Lamprecht, zieht man den Hut vor einer beispiellosen Lebensleistung, die von außergewöhnlicher Willensstärke und einem großen Herzen zeugt.“ Über 2600 Mal hat sie den ersten Atemzug eines neuen Erdenbürgers miterlebt.

Bereits mit 17 Jahren schenkte sie ihrem ersten Kind das Leben. Mit 20 Jahren entschied sie sich, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten und den Hebammenberuf zu erlernen. Neben ihrer sehr herausfordernden Tätigkeit hat Lamprecht, gemeinsam mit ihrem Ehemann Otto, sieben Kinder großgezogen. Otto lernte sie beim Bau ihres Eigenheimes samt Geburtenstation kennen und lieben.
Die Anfänge waren äußerst schwer
Die Anfänge als Hebamme in Bad Eisenkappel waren äußerst beschwerlich. Schwer erreichbare Bauernhöfe, viel Schnee oder Dunkelheit hinderten Lamprecht nicht daran, den Frauen bei der Geburt beizustehen. Selbst die Feuerwehr musste mitunter ausrücken, um sie sicher zu den werdenden Müttern zu bringen.
Weit über die Gemeindegrenzen hinaus, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene, setzte sie sich zudem für den Berufsstand der Hebamme ein und konnte vieles erreichen. Mit einem Kassenvertrag für Geburtenstationen und einem neuen Ausbildungsgesetz habe sie für den Berufsstand Meilensteine gesetzt und die geburtshilfliche Versorgung für unzählige Frauen nachhaltig verbessert.
Noch heute setzt sie sich ins Auto und fährt zu frischgebackenen Müttern um ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen. Einmal im Monat organisiert und leitet sie zudem den Eltern-Baby-Treff, wo sie junge Familien zusammenbringt. Für ihre aufopfernde Tätigkeit in den letzten Jahrzehnten wurde Gottfrieda im Rahmen des Hebammenkongresses in Villach bereits im Jahr 2024 von Landeshauptmann Peter Kaiser mit dem Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet.

