„Ort der Begegnung“: Admont hat jetzt ein Regenbogenbankerl
Im interkulturellen Sprachgarten in Admont steht seit Freitag eine bunte Bank. Grüne, Volkshilfe und SPÖ wollen damit ein Zeichen für Vielfalt setzen.

„Ich wusste gar nicht, dass wir in Admont so ein tolles Platzerl haben“, sagte eine Besucherin vergangenen Freitagnachmittag beim Sommerfest im interkulturellen Sprachgarten. Er liegt tatsächlich etwas versteckt, dieser besondere Garten. Hinter dem Gasthof Buchner und dem Maierhof gedeihen hier neben Gemüse und Obst Gemeinschaft und Zusammenhalt.
„Es soll ein Ort der Begegnung und der Diversität sein. Hier ist jeder willkommen, egal welche Herkunft, Religion oder Sexualität man hat“, erklärte Petra Sterl von den Grünen. Seit Freitag steht im Sprachgarten nun auch die erste Admonter Regenbogenbank, mit ihr wollen Grüne, Volkshilfe und SPÖ den Garten wieder mehr beleben und ein Zeichen für Vielfalt setzen.
Reizthema Regenbogen
„Manche denken vielleicht, dass es nur um ein buntes Bankerl geht. Aber es ist unglaublich wichtig, dass man auch in kleinen Gemeinden Zeichen für Inklusion und Vielfalt setzt“, so SPÖ-Nationalratsabgeordneter Mario Lindner, der zum Sommerfest gekommen war. Er sprach bei einer kurzen Rede auch die aktuellen Vorfälle in Schladming an, wie berichtet wurden dort bereits mehrfach bunte Zebrastreifen verunstaltet.

„Das ärgert mich unglaublich. Man muss nicht immer gleich alles verstehen, aber man kann es akzeptieren. Wieso jemand mutwillig ein Projekt von Kindern zerstört, ist für mich unverständlich“, sagte Lindner. Benjamin Mader-Bock von den Grünen ist bewusst, dass die bunte Bank auch für Personen in Admont ein Reizthema darstellen könnte. „Gerade deswegen braucht es diese Aktion. Wir wollen damit zeigen, dass im Sprachgarten und in Admont alle willkommen sind“, so Mader-Bock.
Ein Garten zum Deutschlernen
Den Garten gibt es bereits seit 2013, damals hat Sterl mit Asylwerberinnen und Asylwerbern im Flüchtlingsquartier in Admont Deutsch gelernt. „Eine Freifläche, wo man sich austauschen und nebenbei etwas mit den Händen machen kann, wäre ein nettes Angebot, habe ich mir da gedacht“, erzählte Sterl im Gespräch.
Ihre Idee fand auch bei der Bezirksvorsitzenden der Volkshilfe Admont-Gesäuse, Astrid Remschak, Anklang. „Ich habe das dem Wirtschaftsdirektor des Stifts vorgeschlagen. Er hat uns dann das Grundstück zur Verfügung gestellt“, berichtete Remschak. Anfangs sei es eine ordentliche „Gstätten“ gewesen, aber mit vereinten Kräften habe man einen schönen Garten geschaffen.
„In Österreich ist es wie im Märchen“
13 Jahre später dient der Sprachgarten noch immer als Treffpunkt. Einer, der schon lange her kommt, ist Nader Rahmini. Der 27-Jährige aus Afghanistan lebt seit 2016 in Admont. „Ich bin gerne hier draußen in der Natur, ich mag den Austausch mit anderen“, erzählte Rahmini mit stolzem Blick auf sein Gemüsebeet.

Auch Yelizaveta Dobrieva und Ivan Dobriev aus der Ukraine helfen regelmäßig mit ihren drei Kindern im Garten mit. „Wir fühlen uns sehr wohl in Admont. In Österreich ist es generell wie im Märchen“, sagte Dobrieva, die mit ihrer Familie vor dem Krieg geflohen ist. Der Sprachgarten steht für alle offen. Jeder, der Lust auf Gartenarbeit und interkulturellen Austausch hat, kann vorbeikommen oder sich bei Astrid Remschak und Petra Sterl melden.