Das „Karnische Ungetüm“ wurde mit neuen Rekorden bezwungen
Eines der härtesten Ultra-Trailrunning-Events Österreichs: 75 Kilometer und 5200 Höhenmeter waren zu bewältigen. Die Route verlief von Sillian bis Kötschach-Mauthen.

Bereits zum vierten Mal wurde das „Karnische Ungetüm“ bezwungen. Bei guten Wetterbedingungen stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer der aufregendsten Herausforderungen der österreichischen Trailrunning-Szene. Rund 75 Kilometer und 5200 Höhenmeter über technisch anspruchsvolles Gelände standen auf dem Programm. Nach dem Start um Mitternacht in Sillian in Osttirol ging es zumeist über den Karnischen Höhenweg (KHW 403) und somit entlang der österreichisch-italienischen Grenze bis zum Ziel in Kötschach-Mauthen in Oberkärnten.
Außergewöhnlicher Dreikampf
Das Rennen der Männer entwickelte sich dabei zu einem außergewöhnlichen Dreikampf. Benedikt Ritter, Leonhard Spähn und Christoph Schneider setzten sich früh vom restlichen Feld ab und absolvierten weite Teile des Rennens gemeinsam an der Spitze. Bis in die Schlussphase blieb völlig offen, wer sich den Sieg holen würde. Der Deutsche Ritter setzte sich schließlich nach 10:22:50 Stunden vor seinem Landsmann Spähn durch. Am Ende blieben sogar alle drei Erstplatzierten unter dem bisherigen Streckenrekord aus dem Jahr 2023. Zwischen dem Sieger und dem drittplatzierten Schneider (Österreich) lagen nach mehr als zehn Stunden Renndauer gerade einmal etwas mehr als fünf Minuten. Lokalmatador Schneider absolvierte das Karnische Ungetüm übrigens rund eine Stunde schneller als im Vorjahr.

Auch bei den Frauen gab es starke Vorstellungen. Pia von Keutz (Deutschland) nahm erstmals am Karnischen Ungetüm teil und sicherte sich auf Anhieb den Sieg. Nach 13:25:46 Stunden erreichte sie als schnellste Frau das Ziel. Den zweiten Platz belegte Marie-Sophie Reiser, auf Rang drei folgte Carmen Korber – beide aus Österreich.

Doch beim Karnischen Ungetüm geht es nicht nur um Podestplätze und Rekorde. „Wer diese Strecke bewältigt und das Ziel erreicht, vollbringt eine außergewöhnliche Leistung“, so die Organisatoren, die auf eine rundum gelungene Austragung zurückblicken. „Die enorme Distanz, tausende Höhenmeter, das hochalpine Gelände und die lange Belastungsdauer machen das Karnische Ungetüm zu einem der wohl härtesten Ultra-Trailrunning-Events Österreichs.“ Entsprechend wurde im Ziel nicht nur den Siegerinnen und Siegern, sondern jedem einzelnen Finisher großer Respekt entgegengebracht. DJ und Moderator sorgten dabei für Stimmung und empfingen die Athleten nach ihrem langen Weg über die Karnischen Alpen vorbei an Porzehütte, Hochweißsteinhaus und Wolayerseehütte gebührend.


