Warum Tiere als Urlaubssouvenir zur Gefahr werden können
Ein Hundeblick und schon ist es um viele Menschen geschehen. Kurzerhand wandert der Straßenhund oder -katze ins Gepäck zurück nach Hause. Keine gute Idee.
Nimmt die Zahl der Tiere, die aus dem Urlaub mitgebracht werden, in der Steiermark zu?
Antwort: Genaue Zahlen, wie viele Tiere aus dem Urlaub mitgebracht werden, gibt es nicht. Laut der steirischen Tierschutzombudsfrau Karoline Schlögl hat sich in den letzten Jahren an den bekannten Fällen in dem Bereich aber nicht wirklich etwas verändert. „Es ist weder weniger noch mehr geworden", lässt sie wissen.
Ist es rechtlich erlaubt Hunde einfach mitzunehmen?
Antwort: Nein. In Österreich gilt: Tiere aus dem Ausland brauchen einen EU-Heimtierausweis, dieser wird nur bei einer gültigen Tollwutimpfung ausgestellt. Damit die Impfung gültig ist, muss das Tier bei der Impfung mindestens zwölf Wochen alt sein und nach der Impfung mindestens drei Wochen vergangen sein. Zudem muss das Tier gechippt sein. Für Tiere aus Drittstaaten muss man zudem eine Tiergesundheitsbescheinigung mitführen.
Welche Tiere werden besonders häufig als Urlaubssouvenir mitgebracht?
Antwort: Laut Schlögl kommen vor allem Hunde und Katzen aus dem Ausland nach Österreich. Es gibt in vielen Ländern noch immer Straßenkatzen. „Wenn man auf ein Tier trifft, das einem extrem leidtut oder sehr nahegeht, kann es immer wieder sein, dass man es im Campingwagen oder Auto aus Mitleid mitnimmt", sagt Schlögl. Gerade Straßenhunde oder Straßenkatzen sind sehr freiheitsliebend und haben ihr eigenes Umfeld. Daher ist nicht für jedes Tier der Umzug in die Steiermark das Beste.

Was sind die größten Probleme beim Import von Tieren aus dem Ausland?
Antwort: In vielen Urlaubsländern ist Tollwut immer noch ein Thema. „Das ist eine Erkrankung, die sowohl für das Tier als auch für Menschen ohne einen entsprechenden Schutz in fast 100 Prozent der Fälle tödlich endet“, sagt Schlögl. Zudem können die Tiere auch mit Parasiten wie Leishmanien oder anderen Mittelmeer-Krankheiten belastet sein und so auch zur Gefahr für Menschen werden.
Wie steht es um den illegalen Tierhandel aus dem Ausland?
Antwort: Laut Schlögl gibt es neben dem Straßenverkauf mittlerweile auch im Internet Websites, von denen man Tiere wie aus dem Katalog bestellen kann. Aufmerksam wird man darauf meist erst, wenn die Besitzer bemerken, dass das Tier nicht gesund ist und Tierärzte den Verdacht schöpfen, dass die Tiere illegal über die Grenze gebracht wurden. Zudem wenden sich häufig Menschen an die Tierschutzombudschaft, weil sie mit den Tierarztkosten überfordert sind. Im schlimmsten Fall landen die Tiere dann im Tierheim.
Worin liegen die größten Probleme, der Tiere aus illegalen Verkäufen?
Antwort: Diese Tiere werden häufig viel zu früh von ihren Muttertieren getrennt und bringen deshalb viele gesundheitliche Probleme mit. Zudem werden die Muttertiere oft in katastrophalen Bedingungen gehalten. Daher appelliert Schlögl niemals ein Tier auf der Straße oder Online zu kaufen. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. „Viele Leute sagen dann, was passiert denn sonst mit dem armen Hascherl, aber die Wahrheit ist: Für jedes abgenommene Tier kommen mindestens ein neues nach“, sagt Schlögl.
Gibt es einen richtigen Weg, wenn man Tiere aus dem Ausland mitnehmen möchte?
Antwort: Ja. Wer wirklich einen Hund aus dem Ausland mit nach Hause bringen möchte, sollte das unbedingt über einen seriösen Tierschutzverein machen. Wem es nur darum geht den Tieren vor Ort zu helfen, der kann laut Schlögl auch einfach einen Tierschutzverein vor Ort finanziell unterstützten.
Woran erkennt man einen seriösen Züchter oder Tierschutzverein?
Antwort: Auf der Website der Steirischen Tierschutzombudschaft gibt es einen Checkliste für Züchter und Tierschutzvereine. Seriöse Züchter erkennt man daran, dass sie häufig einen Bewerbungsprozess haben, die Tiere Papiere haben, ein Besuch der Zuchtstätte möglich ist und die Abgabe dort persönlich passiert. Einen seriösen Tierschutzverein erkennt man wiederum daran, dass Tiere zunächst für eine Probezeit übergeben, die Haltungsumstände genau hinterfragt und Tiere nur mit gültigen Reisedokumenten über die Grenze gebracht werden.