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Gudrun Haas gibt ihre Leidenschaft für die Südoststeiermark an Gäste weiter

Das Berufsleben von Gudrun Haas war vielfältig. Heute ist die 64-Jährige als Austria Guide unterwegs und zeigt Menschen, was sich hinter dem ersten Blick auf die Südoststeiermark verbirgt.

Die gebürtige Oberösterreicherin Gudrun Haas führt als Austria Guide Gäste durch die Südoststeiermark
© KLZ / Tina Peinhart
Die gebürtige Oberösterreicherin Gudrun Haas führt als Austria Guide Gäste durch die Südoststeiermark
Tina Peinhart

Wenn Gudrun Haas eine Reisegruppe durch die Südoststeiermark führt, weiß sie zu Beginn oft selbst noch nicht, wohin die Reise geht. Die 64-jährige Fremdenführerin passt ihre Führungen an das Publikum an: „Ich möchte die Gäste zuerst etwas näher kennenlernen. Was interessiert sie? Was bringen sie aus ihrem Leben mit?“ Danach widmet sich die Tour den unterschiedlichsten Themen der Region, das reicht von Kulinarik und Landwirtschaft über Architektur und Botanik bis hin zu Geschichte.

Mit 60 noch einmal neu durchstarten

Dass sie heute als Austria Guide – also als staatlich geprüfte Fremdenführerin – arbeitet, war allerdings lange nicht absehbar. Sieben Berufe hat Haas ausgeübt, vom Hotel über den Handel bis zur Religionspädagogik. Ihre Liebe zu Menschen und der Wunsch, ihnen eine schöne Zeit zu bereiten, habe sie dabei in allen ihren Berufen begleitet, sagt Haas.

Auch sie selbst habe jede Station bereichert: „Ich war immer bereit, mich auf die Herausforderungen einzustellen.“ Die Entscheidung für den Beruf als Guide traf sie bewusst. Mit rund 60 Jahren stellte sie sich die Frage, welchen Beruf sie auch mit 70 noch gerne machen würde und bei welchem sie mit zunehmendem Alter sogar besser werden könnte. Ihre Ausbildung zur Web-Designerin erschien ihr dafür weniger geeignet: „Mit 60 werden mich die Jungen immer überflügeln“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Als Austria Guide hingegen seien Lebenserfahrung und ein über Jahrzehnte gewachsenes Netzwerk ein großer Vorteil. So kann Haas Geschichten erzählen, die in keinem Reiseführer stehen. Etwa von ihrem Besuch bei Josef Zotter in einem umgebauten Stadl, lange bevor handgeschöpfte Schokolade zum Markenzeichen wurde.

Besonders gern erzählt Haas Geschichten, die in keinem Reiseführer stehen
© KLZ / Tina Peinhart
Besonders gern erzählt Haas Geschichten, die in keinem Reiseführer stehen

Das Einzigartige nicht sofort sichtbar

Die gebürtige Oberösterreicherin kehrte ihrer Heimat Wels der Liebe wegen den Rücken. 1996 zog sie mit ihrem Mann nach Bad Gleichenberg. Beide waren überzeugt, dass die Südoststeiermark vor großen Veränderungen stehen würde und wollten daran teilhaben.

Heute sieht Haas vieles, was anderen verborgen bleibt. Wo auf den ersten Blick nur Felder, Wälder und Obstgärten liegen, entdeckt sie Krenfelder, Streusiedlungen und Spuren von Geschichte, Geologie und Landwirtschaft: „Man muss tiefer eintauchen und den Menschen das Einzigartige daran näherbringen“, schwärmt sie.

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In der Südoststeiermark erzählen auch vermeintlich unscheinbare Dinge viel über das Leben in der Region. Das reicht von Kalkbrennöfen am Wegesrand ...
In der Südoststeiermark erzählen auch vermeintlich unscheinbare Dinge viel über das Leben in der Region. Das reicht von Kalkbrennöfen am Wegesrand ... © Kranzelbinder

Die Region in verschiedenem Tempo erleben

In den vergangenen Jahrzehnten hat sie miterlebt, wie sich die Region touristisch verändert hat. Viele Betriebe hätten sich spezialisiert und weiterentwickelt, ihren persönlichen Charakter aber bewahrt. Dabei lässt sich für Haas die Südoststeiermark am besten in unterschiedlichem Tempo erleben: „Ob mit dem E-Bike, im Cabrio oder auf Wanderwegen – jede Art der Fortbewegung eröffnet andere Perspektiven.“ Besonders freue sie sich, wenn die Gäste erzählen, dass sie schon viele Jahre in der Region Urlaub machen und nach der Führung trotzdem das Gefühl haben, Neues entdeckt zu haben. Weitere Informationen zu Gudrun Haas und ihrer Arbeit unter www.suedoststeiermark.at

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