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Insolvenz: Weiter Ringen um Sanierungsplanvorschlag von Nothegger

Rund 60 Millionen Euro an Forderungen wurden im Insolvenzverfahren der Tiroler Transportfirma Nothegger angemeldet, davon sind nur 24 Millionen Euro anerkannt.

Den Gläubigern wurde eine gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent angeboten
© APA / Georg Hochmuth
Den Gläubigern wurde eine gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent angeboten

Das Ringen um die Zukunft der insolventen Tiroler Transportfirma Nothegger mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee im Bezirk Kitzbühel geht in die nächste Runde. Die Insolvenzschuldnerin legte einen Sanierungsplanvorschlag auf den Tisch, der den Gläubigern die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent garantiere, teilte der Kreditschutzverband KSV1870 am Montag mit. Die Insolvenzverwaltung habe in den vergangenen Wochen Stabilität ins Unternehmen gebracht.

Aktuell habe die Insolvenzverwaltung Forderungen in Höhe von rund 24 Millionen Euro als berechtigt anerkannt. Dass weitere Forderungen in Millionenhöhe schlagend werden, sei dabei nicht auszuschließen. Insgesamt hätten Gläubiger bisher Forderungen in rund 60 Millionen Euro beim Gericht angemeldet. Zwar sei davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil von der Insolvenzverwaltung bestritten werden wird – insbesondere Ansprüche anderer Gesellschaften der Nothegger-Gruppe. Dennoch sei der derzeit anerkannte Forderungsstand noch nicht als endgültig anzusehen.

Knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt

Bereits im April hatte Senior-Chef Karl Nothegger erklärt, dass man einen Antrag auf Sanierungsverfahren einbringen und die Arbeitsplätze erhalten wolle. Das Unternehmen beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter – weitere rund 200 Lkw-Fahrer sind bei einer Schwestergesellschaft beschäftigt. Die Zukunft der Mitarbeiter ist laut KSV1870 weiterhin offen und hängt davon ab, ob es dem Unternehmen gelingt, eine tragfähige Einigung mit den Gläubigern zu erzielen und den operativen Betrieb nachhaltig gewinnbringend zu führen.

Absicherung der Quotenfinanzierung

„Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen neben der Höhe der Sanierungsplanquote insbesondere die konkrete Ausgestaltung und Absicherung der Quotenfinanzierung“, berichtete Klaus Schaller, Leiter des KSV1870 in Tirol. Und weiter: „Aus Sicht des KSV1870 erscheint es schwierig bis unmöglich, die Sanierungsplanquote in den kommenden zwei Jahren allein aus dem laufenden Geschäftsbetrieb zu erwirtschaften.“ Daher werde die Nothegger Transport Logistik GmbH verbindliche Zusagen Dritter vorlegen müssen, die eine verlässliche Finanzierung und damit die fristgerechte Erfüllung der Sanierungsplanquoten sicherstellen.

Die Insolvenz des Traditionsfamilienunternehmens bzw. der Nothegger Transport Logistik GmbH hat es jedenfalls in sich. Sie galt im Hinblick auf die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter als die größte Unternehmensinsolvenz in Tirol seit 15 Jahren.